Ende April 2027 wird die Autobahn 45 dafür in beiden Fahrtrichtungen zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund-West und der Anschlussstelle Dortmund-Hafen für voraussichtlich acht Monate gesperrt. Foto: Alex Völkel für nordstadtblogger.de
Auf Dortmund kommt eine Großbaustelle zu: Die Autobahnbrücke der A45 über der Martener Straße muss neugebaut werden. Ende April 2027 wird die Autobahn 45 dafür in beiden Fahrtrichtungen für voraussichtlich acht Monate gesperrt. Besonders herausfordernd: Unter der Brücke verlaufen mehrere Bahngleise, auch Stadtbahnverkehr und Buslinien werden durch die Sperrung beeinträchtigt. Was bedeutet das für den Verkehr in Dortmund?
Autobahnbrücke der A45 über der Martener Straße ist marode
Die A45-Brücke liegt zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund-West und der Anschlussstelle Dortmund-Hafen. Sie gehört damit zu einem vielbefahrenen Streckenabschnitt, der auch eine wichtige Pendlerstrecke ist. Eine Routine-Untersuchung hatte gezeigt, dass die im Jahr 1971 erbaute Autobahnbrücke an das Ende ihrer Belastbarkeit gelangt.
Die Brücke über der Marterer Straße ist nicht mehr belastbar – deshalb gibt es schon jetzt Einschränkungen. Foto: Alex Völkel für nordstadtblogger.de
Jeden Tag passieren nach Angaben der Autobahn GmbH aus dem Jahr 2025 etwa 85.000 Fahrzeuge die Brücke. 8,5 Prozent davon sind LKW, deren Gewicht für sie nicht mehr tragbar ist.
Schon 2025 wurde deshalb eine Verkehrsführung mit verengten Fahrspuren eingerichtet, um weitere Schäden an der Brücke zu vermeiden. Unter der Brücke verlaufen sieben Bahngleise. Hier fahren Güter- und Regionalzüge, aber auch zum Beispiel die S-Bahn-Linie 4. Die Martener Straße, die unter der Autobahnbrücke verläuft, gehört außerdem zur Strecke der Stadtbahnlinie U44 und mehrerer Buslinien, etwa der Linie 462.
Vollsperrung wird auch Beeinträchtigungen im Dortmunder Stadtverkehr bedeuten
Eine Untersuchung der Autobahn GmbH hat ergeben, dass die Sanierung oder Verstärkung der Brücke weder sinnvoll noch wirtschaftlich wäre. Deshalb wird die Brücke neugebaut. Eine Vollsperrung der Autobahn 45 hält die Autobahn GmbH dabei für unumgänglich. Eine Teilsperrung sei aus statischen Gründen nicht möglich.
Das Containerterminal Dortmund: Auf den Umleitungsstrecken ist auch mehr Schwerlastverkehr mit dem Ziel Hafen zu erwarten. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de
Auch für den Zeitraum der Sperrung eine Behelfsbrücke zu bauen, würde wegen der dichten Bebauung aus Platzgründen ausscheiden. Für den achtmonatigen Zeitraum ab April müssen außerdem die Martener Straße in Dortmund und die Bahnstrecken unter der Autobahnbrücke gesperrt werden.
Für den Stadtverkehr wird dies Beeinträchtigungen bedeuten. Durch die Nähe zum Hafen ist nach Angaben der Stadt Dortmund auch mehr Schwerlastverkehr auf den Umleitungsstrecken zu erwarten. „Die Folgen für den Straßenverkehr im Westen und Nordwesten der Stadt lassen sich auch durch ausgeklügelte Umleitungsstrecken nicht aus der Welt schaffen. Sie lassen sich jedoch abfedern“, erklärte die Stadt.
Umleitungslösungen sollen in enger Absprache mit allen Verantwortlichen entwickelt werden
Dafür würden vom Team der Baustellenkoordination im Tiefbauamt Umleitungslösungen gemeinsam mit der Autobahn GmbH und Straßen.NRW erarbeitet. Auch Projekte wie etwa der Glasfaserausbau sollen so koordiniert werden, dass die Umleitungsstrecken möglichst baustellenfrei bleiben.
Autos und Lkw müssen massive Umwege und Staus in Kauf nehmen. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de
Der Fernverkehr soll während der Sperrung vor allem über A1 und A2 fließen. Die Autobahn GmbH hat außerdem das Ende der Schrankenanlage auf der A43 bei Herne für April 2027 beschlossen. Eine andere in die Jahre gekommene Brücke war Grund für die Schranken gewesen.
Seit 2021 verhindern sie bisher, dass LKW über 3,5 Tonnen Gewicht über die Autobahnbrücke über dem Rhein-Herne-Kanal fahren. Der Neubau der A43-Brücke soll bis 2027 weit genug fortgeschritten sein, um die Strecke wieder für Fahrzeuge jeden Gewichts freizugeben. Sie soll dann als Ausweichroute für den LKW-Verkehr auf der A45 dienen können.
Sperrpause der Deutschen Bahn wird für die A45-Bauarbeiten genutzt
Auch die Stadtbahnlinie U44 wird von der Sperrung beeinträchtigt werden. Foto: Christian Bohnenkamp
Mit der Deutschen Bahn hat die Autobahn GmbH sich abgestimmt. Teile der Bauarbeiten sollen mit einer Sperrpause der DB verknüpft werden, in denen die den Streckenabschnitt saniert. Wie die betroffenen Züge in diesem Zeitraum konkret umgeleitet werden, steht noch nicht fest.
Auch für die Stadtbahnlinie U44 und die betroffenen Buslinien gibt es noch keine genauen Pläne. Die DSW21 erarbeitet hier zurzeit Umleitungsstrecken und Maßnahmen für den Schienenersatzverkehr. Insgesamt erklärte die Stadt Dortmund es zum Ziel, die Auswirkungen der Sperrung innerhalb von Dortmund so gering wie möglich zu halten.
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