• Zwei Gartenbaufachleute erklären, wie Terrassen im Sommer richtig gereinigt und instand gehalten werden.
  • Sie raten von Hochdruckreinigern ab und geben Tipps gegen Wildkraut, Ameisen und wackelnde Platten.
  • Wer größere Probleme hat, sollte einen Fachbetrieb beauftragen oder sich im Baumarkt beraten lassen.

Allmählich wird es wärmer und viele Menschen freuen sich auf lauschige Abende auf ihrer Terrasse. Doch was ist zu tun, wenn dort Wildkraut wuchert, Ameisen unterwegs sind und die Bodenplatten wackeln? Wir fragen zwei Profis, die Garten- und Landschaftsbauermeister Torsten Schwormstedt (45), Geschäftsführer der Schwormstedt GmbH, und Claas Fuhrhop (27). Sie geben Tipps, wie man (s)eine Terrasse mit wenigen Handgriffen wieder schick macht.

Die meisten Terrassenböden bestehen aus Beton-, Naturstein- oder Keramikplatten, „Holzböden sind seltener“, sagt Schwormstedt. Sie haben nach dem Winter alle eines gemeinsam: Sand, Laub und Dreck haben sich festgesetzt. „Deshalb wird erst einmal gefegt. Grober Dreck kann auch mit einem Gartenschlauch weggespült werden“, sagt der 45-Jährige.

Finger weg vom Hochdruckreiniger bei Betonplatten

Dann werde oft ein Fehler begangen: „Viele greifen automatisch zum Hochdruckreiniger, aber das ist ein Problem“, sagt Fuhrhop. Denn zumindest bei Betonplatten werde durch den harten Wasserstrahl die Beschichtung der Platten beschädigt. „Dann sind sie grobporiger und angreifbarer, sodass Schmutz sich erst recht verfängt“, sagt Schwormstedt.

Terrasse

Wildkraut wird mit heißem Wasser beseitigt.
© Thomas Heyen | Thomas Heyen

Außerdem würden die Fugen ausgespült – egal, aus welchem Material der Terrassenboden besteht. „Wenn die Platten nicht mit Kunstharz verbunden sind, sondern nur mit Sand, wird der weggespült“, sagt der Geschäftsführer. „Dadurch werden die Platten instabil.“

Beim Reinigen der Bodenplatten ist der Schrubber oft die richtige Wahl

Statt eines Hochdruckreinigers sollte deshalb zum klassischen Schrubber gegriffen werden. „Gegen Grünbelag gibt es im Fachhandel gute Reinigungsmittel“, sagt Fuhrhop. „Sie können bei trockenem und warmem, nicht zu heißem Wetter aufgetragen werden.“ Es reiche völlig aus, das Mittel auf die Platten zu sprühen und ein paar Tage einwirken zu lassen. „Sind dann noch Restbestände des Grünbelags vorhanden, kann man die Aktion wiederholen.“

Terrasse

Schon wenige Minuten nach dem Übergießen mit heißem Wasser liegt die Pflanze platt auf dem Boden.
© Thomas Heyen | Thomas Heyen

Zum Entfernen von anderem Schmutz reichen Wasser und ein leichter Essigreiniger, bestenfalls in Bio-Qualität, betonen die Männer. Fuhrhop: „Wer es perfekt machen will, der imprägniert die Platten mit Steinschutzmittel aus dem Baumarkt. Auch für diese Arbeit sollte es trocken sein. Imprägnierte Platten können einfacher von Grünbelag, Grillfett und anderem Schmutz befreit werden.“ Wildkraut in den Fugen sei relativ einfach beizukommen: „Man kann kochendes Wasser über die Pflanzen gießen. Je nach Hartnäckigkeit der Pflanze muss die Aktion nach ein paar Wochen wiederholt werden.“

Wackelige Terrassenplatten erst einmal mit Sand oder Splitt neu verfugen

Die Beseitigung von Ameisen sei dagegen anspruchsvoller, zumal die Tiere nicht mehr, so wie früher, mit Fallen getötet werden dürfen, betonen die Fachleute. Auf der Ameisenstraße könnten beispielsweise Zimt, Lavendel, Essig oder Nelkenpulver verstreut werden, um die emsigen Tiere umzulenken, rät Schwormstedt. „Ameisen mögen keine intensiven Gerüche.“ Wer das Problem intensiver angehen möchte, der sollte den Sand im Terrassenboden gegen Splitt austauschen (lassen). „Dann können Ameisen keine Höhlen mehr bauen“, weiß Fuhrhop.

Wenn die Platten wackeln, sollten die Zwischenräume mit neuem Sand oder Splitt verfugt werden. Auch den gebe es in jedem Baustoffhandel. „Der Sand oder Splitt wird mit einem Besen eingekehrt und mit etwas Wasser eingeschlämmt“, sagt Fuhrhop. Wackeln die Platten dann trotzdem noch, sollten sie hochgenommen werden – vom Rand her mit einer Plattschaufel, in der Fläche mit einem sogenannten Plattenheber. Auch er sei zu einem überschaubaren Preis im Baumarkt erhältlich, wissen die Fachmänner.

Mit einem Gummihammer können kleine Unebenheiten leicht austariert werden

Womit der Unterboden aufgefüllt werden sollte, sei wiederum vom Material der Platten abhängig, betonen die Fachleute: „Bei Naturstein sollte beispielsweise nur Splitt verwendet werden, weil Sand viel Feuchtigkeit aufnimmt. Verwendet man Sand, können sich Feuchtigkeitsflecken auf der Oberfläche der Platten bilden“, weiß Schwormstedt.

Terrasse

Feiner Sand (Quarzsand) wird zum Verfüllen der Ritzen zwischen den Terrassenplatten verwendet.
© Thomas Heyen | Thomas Heyen

Mit einem Handstampfer sollte das Bettungsmaterial kräftig auf den Grund gedrückt werden. Dann kommen die Platten wieder auf den Boden. „Sie müssen bündig liegen, damit sich keine Stolperkanten bilden“, betont Fuhrhop. Darauf müsse schon beim Verfugen geachtet werden. „Mit einem kleinen Gummihammer kann das leicht austariert werden“, fügt der 27-Jährige hinzu.

Bei einer Grundsanierung des Terrassenbodens sollte ein leichtes Gefälle eingeplant werden

Wenn trotzdem alle Platten krumm und schief liegen? „Dann wird es Zeit, einen Fachbetrieb zu engagieren“, sagt Schwormstedt und lacht. Tatsächlich sei die Arbeit aufwendig und könne von Laien oft nicht erledigt werden, betont er: „Die Platten müssen dann abermals weggenommen werden. Um eine ebene Fläche zu erhalten, sind in schwierigen Fällen ein Richtscheit und weiteres Spezialwerkzeug erforderlich.“ Profis würden eine Rüttelplatte, einen motorisierten Stampfer, einsetzen.

Terrasse

Der Quarzsand wird mit einem Besen eingekehrt.
© Thomas Heyen | Thomas Heyen

Ferner sollte bei einer Grundsanierung oder einem Neubau des Terrassenbodens ein leichtes, vom Haus weg führendes Gefälle eingeplant werden – „damit Regenwasser besser abfließen kann“, sagt Fuhrhop.

„Der Stundenpreis ist für den Kunden in den meisten Fällen am fairsten“

Er ist einer von 30 Mitarbeitern bei der Schwormstedt GmbH am Spadenländer Hauptdeich 19 in Spadenland. Ihr Hauptgeschäft sind Garten- und Landschaftsbau und Gartenpflege sowie das Anlegen neuer Gärten, Terrassen, Wege und Zufahrten, „alles rund ums Haus“, sagt Schwormstedt. Das Unternehmen hat sich vor fast 50 Jahren auf Dienstleistungen im Bereich Garten- und Landschaftsbau spezialisiert, hat vorher Gemüsebau betrieben.

Mit den Kunden führen die Mitarbeiter erst einmal ein Gespräch, schauen sich an, was getan werden soll und erstellen ein Angebot. Bis dahin sind die Leistungen kostenlos, betont Schwormstedt. Der Kunde könne zwischen einem Fest-, Quadratmeter- oder Stundenpreis wählen, sagt der Geschäftsführer. „Der Stundenpreis ist für den Kunden in den meisten Fällen am fairsten, weil darin kein Risiko-Puffer enthalten ist.“

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Dem Berater im Baumarkt Fotos von der eigenen Terrasse vorlegen

Doch auch in den Baumärkten werde man in der Regel gut und ausführlich beraten, weiß Schwormstedt: „In den Gartenabteilungen arbeiten normalerweise Profis, die sich sehr gut auskennen.“ Fuhrhop ergänzt: „Optimalerweise sollte man im Baumarkt Fotos von seiner Terrasse vorzeigen. Dann können die Mitarbeiter sich ein Bild von den Gegebenheiten machen.“

Die Firma ist im Internet unter schwormstedt.de präsent. Auf Instagram finden Interessierte, die die Stichworte „Schwormstedt“ und „Garten- und Landschaftsbau“ eingeben, Tipps der Mitarbeiter zu grünen Themen und Heimwerkerprojekten.