Nach dem spektakulären Millionen-Coup in einer Gelsenkirchener Sparkasse warten Beobachter vergeblich auf ein ausgesetztes Preisgeld für entscheidende Tipps. Aber die zuständige Staatsanwaltschaft plant weiterhin keine finanzielle Belohnung für Hinweise auf die flüchtigen Täter.

Aus einem aktuellen Schreiben des nordrhein-westfälischen Justizministeriums an den Landtag geht die Haltung der Behörden klar hervor. Eine solche Maßnahme wird „zum jetzigen Ermittlungsstand nicht als zielführend angesehen“, wie es in dem Dokument heißt.

📌 Infos zum Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen

  • Beim Einbruch in die Filiale der Sparkasse Gelsenkirchen in Gelsenkirchen-Buer Ende Dezember 2025 wurden rund 3.100 Schließfächer aufgebrochen – fast alle vorhandenen Fächer im Tresorraum.
  • Die Täter gingen äußerst professionell vor: Sie überwanden mehrere Sicherheitssysteme und bohrten mit einem Kernbohrer ein Loch direkt in den Tresorraum, ohne Alarm auszulösen.
  • Der Schaden zählt zu den größten Bankeinbrüchen Deutschlands. Die geschätzte Beute liegt mindestens im zweistelligen Millionenbereich und könnte laut Ermittlern sogar über 100 Millionen Euro betragen.
  • Mehr als 200 Ermittler arbeiten an dem Fall. Tausende Geschädigte wurden oder werden vernommen, außerdem gingen hunderte Hinweise bei der Polizei ein. Die Täter sind bislang nicht gefasst.
  • Viele Kunden kritisieren die Sparkasse wegen Sicherheitsmängeln und der niedrigen Standardversicherung von nur etwa 10.300 Euro pro Schließfach. Erste Schadensersatzklagen gegen die Sparkasse laufen bereits.

Hunderte Hinweise aus der Bevölkerung

Auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion reagierte das Ministerium mit einer deutlichen Erklärung. Die Ermittler befürchten demnach nicht, dass die Suche nach den Kriminellen durch das fehlende Geld ins Stocken gerät. „Bereits ohne eine solche Auslobung ist ein hohes dreistelliges Hinweisaufkommen zu verzeichnen“, teilt die Landesregierung mit.

Trotz der vielen Tipps aus der Bevölkerung halten sich die Verantwortlichen mit konkreten Details zum aktuellen Stand der Suche stark zurück. Das Justizministerium weigert sich in dem Papier für den Landtag, genaue Einblicke in die Arbeit der Polizei zu geben.

Schaden in dreistelliger Millionenhöhe möglich

„Eine solche Mitteilung könnte Rückschlüsse auf Erkenntnisquellen der Ermittlungsbehörden ermöglichen und einen Ermittlungserfolg gefährden“, begründet das Ministerium das strikte Schweigen in dem Bericht.

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Kurz nach Weihnachten 2025 hatten die Unbekannten sämtliche Sicherheitssysteme der Bankfiliale erfolgreich überlistet. Mit einem schweren Kernbohrer drangen die Einbrecher in den Tresorraum ein und knackten fast alle der 3.100 vorhandenen Schließfächer.

Direkt nach der Tat schätzte die Polizei den Gesamtschaden zunächst auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Mittlerweile gehen die Ermittler davon aus, dass die Beute sogar noch wesentlich größer ausfallen und im deutlich dreistelligen Millionenbereich liegen könnte.

Bei einer Demo versammelten sich Anfang Mai rund 500 Betroffene, um für mehr Transparenz und einen Rücktritt des Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden Michael Klotz einzustehen. Alle Details zur Demo in Gelsenkirchen-Buer kannst du hier nachlesen.