USA blockieren Lieferungen

Öl aus Russland aufgebraucht – Kuba im Ausnahmezustand

14.05.2026 – 17:36 UhrLesedauer: 2 Min.

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US-Oldtimer und brennende Barrikade in Havanna: Die USA bieten dem Land Hilfe in Höhe von 100 Millionen Dollar an – aber nur unter einer Bedingung. (Quelle: Ramon Espinosa)

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Seit Januar lassen die USA kaum noch Energielieferungen nach Kuba zu. Nun weitet sich die Krise in dem Karibikstaat aus – und treibt die Menschen auf die Straßen.

Wegen massiver Energieengpässe ist in Kuba erneut großflächig die Stromversorgung zusammengebrochen. Die von Russland gelieferten Ölreserven seien nun „aufgebraucht“, sagte Energieminister Vicente de la O Levy am Donnerstag im Staatsfernsehen. Nahe der Hauptstadt Havanna kam es wegen der Stromausfälle zu Protesten, die auf der kommunistischen Karibikinsel eher selten sind. Die Krise hatte sich in den vergangenen Wochen durch die US-Blockade der venezolanischen Öllieferungen verschärft.

Die Situation sei „sehr angespannt“, sagte der Energieminister. Für die gravierenden Energieengpässe machte er die USA verantwortlich. „Die Auswirkungen der Blockade fügen uns in der Tat erheblichen Schaden zu“, sagte er. Denn Kuba erhalte „nach wie vor keinen Treibstoff“. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hatte Washington am Mittwoch eine „völkermörderische Energieblockade“ vorgeworfen.

„Schaltet das Licht an“

Ein Bewohner von San Miguel del Padrón, einem Außenbezirk von Havanna, berichtete von einem Protest gegen die Stromausfälle. Am Mittwochabend hätten die Bewohner ihren Frust gezeigt, indem sie auf Töpfe und Pfannen geschlagen hätten. Mehrere ähnliche kleine Proteste gab es in verschiedenen Vierteln der Hauptstadt. In Playa, einem Bezirk im Westen Havannas, skandierten die Anwohner Slogans wie „Schaltet das Licht an“.

urn:newsml:dpa.com:20090101:260422-99-207355Vergrößern des BildesKrankenschwester in Havanna: Anfang des Jahres fiel Venezuela als Öllieferant des Inselstaates aus – und russisches Öl kommt kaum noch an. (Quelle: Ramon Espinosa)

US-Außenminister Marco Rubio erneuerte unterdessen sein Angebot über 100 Millionen Dollar (etwa 85 Millionen Euro) an Hilfsgeldern – allerdings unter der Bedingung, dass die Mittel unter Umgehung der kubanischen Regierung von der katholischen Kirche verteilt werden. „Wir sind bereit, die Details des Vorschlags und seine Umsetzung zu erfahren“, erklärte Kubas Außenminister Bruno Rodríguez dazu am Donnerstag.

Fluggesellschaften meiden inzwischen Kuba

Kuba steckt derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In Havanna kommt es täglich zu Stromausfällen von mehr als 19 Stunden, in mehreren Provinzen dauern die Stromausfälle sogar tagelang an. Der öffentliche Nahverkehr in dem Inselstaat ist eingeschränkt, Benzin wurde rationiert. Mehrere Fluggesellschaften fliegen die Karibikinsel wegen der dortigen Treibstoffknappheit mittlerweile nicht mehr an.