Zweite titellose Saison

Stand: 14.05.2026 18:52 Uhr

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben ihren zwölften Triumph im DFB-Pokal verpasst. Die „Wölfinnen“ unterlagen am Donnerstag dem FC Bayern München im Endspiel in Köln klar mit 0:4 (0:1).

von Tobias Knaack

Georgia Stanway per Strafstoß (45.+2), Pernille Harder (59.), Momoko Tanikawa (77.) und Arianna Caruso (84.) sorgten dafür, dass die „Wölfinnen“ in ihrem zwölften DFB-Pokalfinale erstmals den Gegnerinnen beim Feiern zusehen mussten.

Der Sieg des FC Bayern war nach einer starken zweiten Hälfte vollauf verdient. Aus Wolfsburger Sicht war die Niederlage aufgrund eines speziell defensiv starken Auftritts im ersten Durchgang dennoch – speziell in der Höhe – bitter.

Für die Mannschaft von Trainer Stephan Lerch steht durch die Niederlage die zweite titellose Saison nacheinander fest. Vereinslegende Alexandra Popp wird den Club also nach 14 Jahren ohne weitere Trophäe am Ende der Spielzeit gen Dortmund verlassen. Mit dem Abpfiff sank sie zu Boden und schlug die Hände vor das Gesicht, ehe sie mit Tränen in den Augen in den Kreis ihres Teams schlich.

Wolfsburgs Alexandra Popp

Frauenfußball

Mit Popp verlieren die Niedersächsinnen ihre große Identitifkationsfigur – sie hat den Wolfsburger Frauenfußball geprägt wie keine andere. Würdigung einer Club-Legende.

Popp als Kapitänin dabei – und direkt mittendrin

90 Minuten zuvor hatte sie die VfL-Frauen nach überstandener Wadenverletzung als Kapitänin aufs Feld geführt. Und die 35-Jährige hatte auch den ersten Schuss der Partie. Nach einem langen Ball von Svenja Huth probierte sie es aus rund 35 Metern einfach mal, weil sie FCB-Keeperin Ena Mahmutovic deutlich vor ihrem Kasten gesehen hatte. Ihr Versuch ging aber deulich vorbei (7.).

Spielszene des DFB-Pokalfinales München gegen Wolfsburg: Alexandra Popp (r.)

Alexandra Popp (r.) kämpfte, war aber wie der VfL letztlich chancenlos gegen den FC Bayern.

Doch auch hinten war Popp gefordert: Mit dem Oberschenkel klärte sie kurz vor der Torlinie einen Kopfball von Bayern-Verteidigerin Glodis Viggosdottir (10.). Die größte Chance der ersten 20 Minuten aber hatte Harder. Die dänische Stürmerin setzte ihren Kopfball nach einer schönen Flanke von Klara Bühl von der linken Seite knapp rechts neben das Wolfsburger Gehäuse (20.).

VfL stark, aber Stanway trifft per Strafstoß

Ansonsten gelang es dem Lerch-Team zunächst sehr gut, die Meisterinnen vom eigenen Strafraum fernzuhalten. In der Defensive verdichteten sie das Spiel mit einer Fünfer-Abwehr und einem Vierer-Mittelfeld und raubten den Münchnerinnen so die Tiefe ihres Spiels. Und bei Ballbesitz schalteten sie schnell um – und gingen auch auf zweite Bälle. Lena Lattweins strammer Schuss aus 20 Metern war gut, geriet allerdings zu zentral (35.).

Der VfL gestaltete die erste Hälfte offen – und lag zur Pause doch zurück. Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer hatte eine Rettungsaktion von Lineth Beerensteyn gegen Tanikawa im Wolfsburger Strafraum (43.) zunächst weiterlaufen lassen. Der VAR aber schaltete sich ein und nach Beschau der Bilder entschied Wildfeuer auf Strafstoß für den FCB, weil Beerensteyn Tanikawa am Fuß getroffen hatte. Stanway traf unten links (45.+2) – unhaltbar für Torhüterin Stina Johannes, die wenig später gegen Harder mit einer Glanzparade aber den Doppelschlag verhinderte (45.+5).

Harder erhöht, Tanikawa und Caruso machen es deutlich

Und die deutsche Nationaltorhüterin musste auch direkt nach Wiederbeginn eingreifen, parierte den abgefälschten Schuss von Bernadette Amani aber souverän (46.). Die Münchnerinnen aber gingen sehr viel zielstrebiger zu Werke als noch in Durchgang eins und drückten die „Wölfinnen“ tief in die eigene Hälfte. Und doch benötigten sie eine Fehlerkette des VfL, um zu erhöhen. Zunächst unterlief Janina Minge eine Flanke von Magdalena Eriksson, sodass Harder am rechten Eck des Fünfmeterraums zum Kopfball kam. Da Johannes viel zu nah am Pfosten stand, musste sie den nicht sonderlich druckvollen Ball passieren lassen (59.).

Wolfsburg: Johannes – Bjelde (71. Levels), Kleinherne (71. Dijkstra), Küver, Linder – Minge (71. Kielland), Peddemors – Huth, Lattwein (58. Endemann), Beerensteyn (81. Zicai) – Popp
München: Mahmutovic – Gwinn (87. Naschenweng), Viggosdottir, Eriksson (82. Gilles), Kett (82. Simon) – Stanway, Amani – Dallmann, Tanikawa (79. Imade), Bühl – Harder (79. Caruso)
Schiedsrichterin: Franziska Wildfeuer (Viechtach)
Tore: 0:1 Stanway (45.+2, Foulelfmeter nach Videobeweis), 0:2 Harder (59.), 0:3 Tanikawa (77.), 0:4 Caruso (84.)
Zuschauer in Köln: 46.064

So sehr sich das Lerch-Team mühte, es gelang kaum einmal mehr, für Entlastung zu sorgen, geschweige denn vor das Tor von Mahmutovic zu kommen. Endgültig entschieden war die Partie daher knapp 20 Minuten später: Sarai Linder fälschte eine Bühl-Flanke von der linken Seite ab, am zweiten Pfosten musste Tanikawa nur noch einschieben (77.). Und dann wurde es bitter aus Sicht des VfL, als die kurz zuvor eingewechselte Caruso einen Freistoß aus halblinker Position über die Mauer zirkelte (84.). Die Bayern-Feier konnte beginnen, während die Wolfsburgerinnen – und speziell Popp – im Tal der Tränen versanken.

Wappen des DFB-Pokals Frauen

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