„Nicht unbedingt die 26 Besten“ 

Frankreichs WM-Kader steht: Mateta fährt mit – Kolo Muani fehlt

©IMAGO

Der französische Kader für die Weltmeisterschaft im Sommer steht; Trainer Didier Deschamps präsentierte am Donnerstagabend sein 26-köpfiges Aufgebot für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada. Mit dabei sind, etwas überraschend, die früheren Bundesliga-Spieler Jean-Philippe Mateta (28) und Maxence Lacroix (26) von Crystal Palace. Von den aktuell im deutschen Oberhaus Aktiven finden sich mit den Münchnern Michael Olise (24) und Dayot Upamecano (27) zwei Vertreter in der Équipe.

Frankreichs WM-Kader 2026

„Es sind nicht unbedingt die 26 Besten“, sagte Auswahlcoach Deschamps über seine Nominierten und erklärte: „Es geht um Ausgewogenheit, um Kombinationen. (…) Manche werden gar nicht spielen, andere nur wenig. Das Ziel ist es, dabei niemanden zu verlieren. Man braucht menschliche Fähigkeiten, um solche Momente zu überstehen.“ Über seine Offensive sagte Deschamps: „Auch die anderen Mannschaften haben sehr gute Stürmer. Ich kann sie nicht alle mitnehmen. Deshalb ist Mateta dabei, der ein anderes Profil als die anderen Spieler hat.“ Bayerns Olise habe bei ihm „einen ziemlich schwierigen Start“ gehabt, doch heute sei es keine Frage mehr, ob der Münchner Angreifer dabei ist oder nicht. „Manchmal braucht es Zeit, Unterstützung, eine menschliche Komponente.“

Der frühere Mainzer Mateta – seit 2022 in London unter Vertrag – hat im Herbst letzten Jahres seine ersten drei Länderspieleinsätze in der WM-Qualifikation verbucht und gegen Island (2:2) und Aserbaidschan (3:1) seine ersten beiden Tore erzielt. Beim März-Lehrgang fehlte der 28-Jährige dann nach Knieproblemen, die seinen Wechsel zur AC Milan scheitern ließen, für die Freundschaftsspiele gegen Brasilien (2:1) und Kolumbien (3:1). Einen Kaderplatz verpasst hat hinter Mateta der frühere Frankfurter Randal Kolo Muani (27), der mit Tottenham Hotspur im Abstiegskampf der Premier League steckt. In den März-Länderspielen gehörte der 27-Jährige noch zu Deschamps‘ Kader und kam gegen Kolumbien zu einem Joker-Einsatz. Der einstige Wolfsburger Verteidiger Lacroix war in der laufenden Saison bei Palace unumstrittene Stammkraft.

Sechs ehemalige Bundesliga-Profis im Kader – Camavinga fehlt

Ehemalige Bundesliga-Profis finden sich neben Mateta, Lacroix und dem früheren Dortmunder und Ballon-d’Or-Sieger Ousmane Dembélé (28, PSG) insgesamt sechs im Aufgebot; auch der ehemalige Münchner Lucas Hernández (30, PSG) und die früheren Gladbacher Marcus Thuram (28, Inter Mailand) und Manu Koné (24, AS Rom) sind dabei. „Ich bin sehr stolz, nominiert worden zu sein“, ließ Koné laut „RMC Sport“ wissen. „Ich hoffe, wir werden einen sehr guten Konkurrenzkampf haben, insbesondere für den Trainer.“

Überraschend fehlt unterdessen Real Madrids Mittelfeldspieler Eduardo Camavinga (23). „Er kommt aus einer schwierigen Saison, in der er verletzungsbedingt weniger gespielt hat“, erklärte Deschamps. „Er ist noch jung. Ich muss Entscheidungen treffen, die Kaderzusammenstellung festlegen. Aber ich kann mir seine Enttäuschung heute Abend gut vorstellen.“ Camavinga ist nach den Verletzten Hugo Ekitiké (23) und Jérémy Jacquet (20) mit einem Marktwert von 50 Millionen Euro der drittwertvollste französische Spieler, der es nicht in den WM-Kader schaffte.

Herzstück und Hoffnungsträger ist der wertvollste französische Fußballer: Kylian Mbappé. Der 27-Jährige stand in den vergangenen Monaten wegen mehrerer Verletzungspausen im Fokus. Nach wiederholten Knieproblemen im Frühjahr fiel der Real-Madrid-Stürmer in den vergangenen Wochen wegen eines Muskelfaserrisses aus. Am Donnerstag verbreitete sich jedoch die Nachricht, dass Mbappé im anstehenden Ligaspiel gegen Oviedo am Donnerstagabend (21:30 Uhr) wieder in den Kader zurückkehrt. Angesichts der Ausfälle ist der Superstar nicht der beste französische Torjäger in diesem Kalenderjahr. Ousmane Dembélé (PSG) mit 15 Treffern seit Januar übertrumpft Mbappés zwölf Tore. Olise vom FC Bayern liegt mit Mbappé gleichauf, hat aber auch acht Spiele mehr absolviert. Bei Dembélé sind es in dem Zeitraum sieben Spiele mehr als bei Mbappé.

Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge TM hier als bevorzugte Quelle hinzu.