Fragender Blick in die Zukunft: Trainer Miroslav Klose

Stand: 14.05.2026 • 12:12 Uhr

Beim 1. FC Nürnberg laufen schon vor dem Saisonende die Planungen für die nächste Spielzeit. Zahlreiche Leistungsträger haben sich ins Rampenlicht gespielt und das Interesse anderer Vereine geweckt. Droht Trainer Miroslav Klose wieder ein Umbruch?

Die Stimmung beim 1. FC Nürnberg war ausgelassen nach dem 3:0 gegen den FC Schalke 04. Ein Sieg, der zeigte, dass diese Mannschaft eigentlich ansehnlichen Fußball spielen kann. Vor allem mit Blick in die neue Saison eine wichtige Erkenntnis. Doch wie sehr wird die Elf, die am Samstag gegen Schalke auf dem Rasen stand, der der kommenden Saison ähneln? Dem Club droht mal wieder ein Umbruch.

Yilmaz, Koudossou, Gruber: FCN bricht die Viererkette weg

Acht Spieler verabschiedete der 1. FC Nürnberg bereits vor dem Anpfiff am Samstagabend im Max-Morlock-Stadion. Darunter waren auch die Leistungsträger Berkay Yilmaz oder Henri Koudossou, die nach abgelaufener Leihe zum SC Freiburg bzw. zum FC Augsburg zurückkehren. Damit werden die Außenverteidigerpositionen beim Club zur neuen Spielzeit definitiv neu besetzt. Links sogar im doppelten Sinne, weil auch Danilo Soares keinen neuen Vertrag mehr erhalten hat.

Auch im Zentrum ist ein Verbleib von Luka Lochoshvili und Fabio Gruber alles andere als sicher. Laut Sky-Experte Simon Terrodde sollen beide Spieler eine Ausstiegsklausel besitzen. Kapitän Gruber soll auf dem Zettel mehrerer Bundesligisten stehen. Mainz 05 oder Borussia Mönchengladbach gelten als Interessenten. Auch eine Rückkehr zu Grubers Jugendverein FC Augsburg steht im Raum. Lochoshvili ist der zweikampstärkste Innenverteidiger der Liga. Auch bei ihm dürfte die Gerüchteküche alsbald Fahrt aufnehmen.

Erster Neuzugang schon fix

Nicht nur deshalb hat der Club jüngst die Verpflichtung von Verls Fynn Otto offiziell gemacht. Der Abwehrspieler wechselt im Sommer ablösefrei an den Valznerweiher. Mit Oualid Mhamdi soll ein weiterer Verl-Profi auf dem Zettel von Joti Chatzialexiou stehen. Der 22-jährige Deutsch-Marokkaner hatte zuvor drei Jahre in Fürth gespielt und hat nun in Nordrhein-Westfalen mit 17 Scorern in 35 Spielen als Rechtsverteidiger auf sich aufmerksam gemacht. Er wäre ablösefrei zu haben.

Im Mittelfeld müssen nur die Abgänge von Tom Baack und Rabby Nzingoula verkraftet werden. Beide waren nur kurz Stammspieler, kamen meistens von der Bank. Bei Nzingoula endet die Leihe aus Straßburg, Baacks Vertrag läuft nach nur einem (!) Jahr aus. Dagegen sollen Javier Fernandez und Adam Markhiev gehalten werden. Ersterer ist vom FC Bayern ausgeliehen. „Der junge Mittelfeldspieler ist auch für die kommende Saison beim 1. FC Nürnberg eingeplant“, erklärte der Verein am Samstag die Nicht-Verabschiedung des Talents.

Sturmjuwel Zoma kaum zu halten

Julian Justvan und Finn Becker überzeugten zwar am Samstag, aber insgesamt in dieser Saison zu wenig. Entsprechend dürfte der Club hier einen Abgang nicht befürchten müssen. Anders sieht es bei Mohamed Ali Zoma aus. Der pfeilschnelle Italiener wird kaum zu halten sein. Am Samstag erzielte er sein 12. Saisontor. Für einen Mann, der im Sommer aus der dritten italienischen Liga nach Franken gewechselt war, ist das eine tolle Entwicklung. Seinen Marktwert hat er laut transfermarkt.de von 500.000 Euro auf vier Millionen Euro steigern können.

Chatzialexiou: „Werden wir nicht bei jedem schaffen“

Sportvorstand Joti Chatzialexiou hofft, „dass wir einige Säulen halten können“, wie er vor Anpfiff im Sky-Interview sagte. „Das werden wir nicht bei jedem schaffen.“ Auch Trainer Klose ist sich bewusst, dass er einen Teil seiner Mannschaft verlieren wird. „Ich bin ziemlich sicher, dass da was (Angebote) kommen wird für den ein oder anderen.“ Die Frage ist demnach nur, wie groß der Aderlass diesmal sein wird. Im vergangenen Sommer verlor Klose einen Großteil der Mannschaft. Der Ersatz kam erst mit Transferschluss, weshalb der Club den Saisonstart verpatzte. Ohne diesen Saisonbeginn wäre das Saisonziel Platz sieben vermutlich erreicht worden, so reicht es maximal zu Rang acht.

Der Club ist auf Transfereinnahmen angewiesen. Erst recht dank der Finanzierungslücke von 100 Millionen Euro, die durch den Stadionumbau entstanden und auch nicht durch die erneute Verteuerung der Ticketpreise aufzufangen ist. Doch wenn der Verein immer seine besten Spieler abgibt, ist eine Rückkehr in die Bundesliga auch langfristig schwer vorstellbar. Und mit fehlenden Ambitionen können vielversprechende Profis dann auch nicht gehalten werden.

Der 1. FC Nürnberg steht mal wieder vor schweren Entscheidungen. Es bleibt spannend, welchen Weg der Verein in diesem Sommer einschlägt.

Quelle: BR24Sport 14.05.2026 – 10:11 Uhr

Bayerischer Rundfunk