Bei einem Einbruch in ihre Villa in Meerbusch wurden Verona und Franjo Pooth nach eigenen Angaben Schmuck und andere Gegenstände im Wert von rund einer Million Euro gestohlen. Weil die Versicherung nicht den ganzen Schaden ersetzen wollte, zogen die Pooths vor Gericht. Jetzt ist das Urteil gefallen.
Viel war nicht los im Sitzungssaal 2.111 am Landgericht in Düsseldorf-Oberbilk. Drei Journalisten saßen dort, um das von drei Richtern vorgetragene Urteil im Fall Pooth gegen ihren Versicherungsmakler zu notieren. Anwälte der Kläger oder der Beklagte waren nicht zugegen.
Ein guter Tag war es nicht für die mittlerweile nach Dubai ausgewanderten Pooths. Die Vorsitzende Richterin verkündete: „Klage abgewiesen, die Kosten des Verfahrens tragen die Kläger.“ Verona und Franjo Pooth hatten ihrem ehemaligen Versicherungsmakler Pflichtverletzungen vorgeworfen. Die Familie war jedoch unterversichert und die Versicherung hatte nur einen Teil der Forderungen gezahlt. Die Maklerfirma wies den Vorwurf der Pflichtverletzung zurück. Das Gericht hatte eine gütliche Einigung angeregt, demnach hätten die Pooths ein Drittel der von ihnen geforderten Summe von knapp 700.000 Euro erhalten. Dieser Einigung wollte der Versicherungsmakler aber nicht zustimmen.
Verona Pooth hatte beim ersten Verhandlungstermin gesagt, sie habe dem Makler zwischen ihrem Einzug in die Villa in Meerbusch und dem Einbruch eine aktualisierte Liste mit ihren Schmuckstücken übergeben. Weitere Kommunikation über das Thema sei dann über eine E-Mail-Adresse gelaufen, welche die Familie nach eigenen Angaben inzwischen aber komplett gelöscht haben. „Das ist für die Aufklärung des Falls nicht sehr hilfreich“, sagte die Richterin.
An Heiligabend 2021 waren mindestens vier Männer in die Villa der Pooths eingebrochen. Die Familie verbrachte den Abend währenddessen bei der Schwiegermutter. „Sie waren in allen Räumen, haben die Schubladen rausgerissen und alles durchwühlt“, sagte Verona Pooth damals in einem Interview. Durch den Diebstahl vor mehr als vier Jahren sei ihr ein Schaden in Höhe von rund einer Million Euro entstanden.
Die Familie war davon ausgegangen, dass sie den Schaden von der Versicherung ersetzt bekommen. Laut Versicherung und Makler war aber nur Schmuck im Wert von 650.000 Euro versichert gewesen. Der Einbruch in die Villa der TV-Moderatorin von Heiligabend 2021 ist bislang unaufgeklärt. Die Ermittlungsbehörden teilten im Juli 2022 mit, dass die Täter nicht identifiziert und die Ermittlungen eingestellt wurden. Von der Beute – darunter laut Pooth ihr Hochzeitsschmuck – fehlte jede Spur.
Die Kläger können binnen eines Monats Berufung beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen.