Start des "Point of Return" Rennens 2026. (Foto: Bührke)Start des „Point of Return“ Rennens 2026. (Foto: Bührke)

Als um Punkt zehn Uhr der Startschuss fällt, wird in Münster Fahrradgeschichte geschrieben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des vermutlich weltweit ersten „Point of Return“-Rennens machen sich auf den Weg durch den Regen zu Zielen, die nur sie kennen. Eigenverantwortlich haben die Radfans Routen entwickelt, um sich innerhalb von vier Tagen möglichst weit von Münster zu entfernen und am Sonntag bis 16 Uhr wieder zurückzukommen. Es gewinnt, wer die größte Entfernung in Luftlinie vom Startpunkt erreicht hat. ALLES MÜNSTER war als Medienpartner beim Start dabei.

Organisator Richard Vienenkötter (m.) bei der Ausgabe der GPS-Tracker. (Foto: Bührke)Organisator Richard Vienenkötter (m.) bei der Ausgabe der GPS-Tracker. (Foto: Bührke)

„Ja, ich bin schon aufgeregt, wir hatten heute auch schon ein paar Learnings. Aber grundsätzlich macht das schon sehr viel Spaß“, freut sich der Organisator des Rennens, Richard Vienenkötter, über das bunte Treiben der vielen Radfahrerinnen und Radfahrer, die sich vor der B-Side auf das Rennen vorbereiten. Bei vielen wechselte der Blick dabei regelmäßig von der Navigations- zur Wetter-App, die durchgehend dunkelblaue Flächen über Münster und Umgebung anzeigt. Die Temperaturen klettern mühsam gerade mal auf acht Grad. „Das Wetter wird hoffentlich ab Tag zwei besser. Seit zwei Wochen schauen wir täglich auf die Wetter-App“, berichten Christian und Niki. Sie planen pro Tag Strecken von über 200 Kilometern, das ist im Regen noch anstrengender, wie die beiden wissen. Ihr Ziel liegt irgendwo in Frankreich, die geplante Route führt sie durch die Niederlande und Belgien. Übernachtet wird im Zelt.

Unter den Fahrerinnen und Fahrern ist die Vorfreude auf das Rennen trotz des Regens groß. (Foto: Bührke)Unter den Fahrerinnen und Fahrern ist die Vorfreude auf das Rennen trotz des Regens groß. (Foto: Bührke)

Ob die beiden Münsteraner mit einem Sieg rechnen? „Auf gar keinen Fall!“ erzählen sie lachend, „dafür gibt es hier zu viele Leute, die das Rennen richtig ernst nehmen!“ Akribisch haben die beiden die Strecke Richtung Westen ausgearbeitet, um möglichst wenige Höhenmeter bewältigen zu müssen. In Gegenrichtung nach Osten macht sich Thomas aus München auf den Weg. Von dem Rennen hat er bei ALLES MÜNSTER erfahren. Er gehört zu denen, die das Rennen offensichtlich sehr ernst nehmen, „Es geht nach Polen Richtung Warschau, ich würde gerne nach Posen kommen, das wären dann hin und zurück so etwa 1.500 Kilometer in den dreieinhalb Tagen. Dann wäre ich glücklich, wenn das passt!“ Der Regen, der beharrlich auf die Radfahrerinnen und Radfahrer herabprasselt, lässt den Münchner kalt: „Auf so einer langen Tour kann alles passieren. Ob man bei Sonne losfährt und dann in den Regen kommt, dann lieber so wie es jetzt ist und schön im Sonnenschein wieder ankommen!“

Thomas aus München im Gespräch mit Richard. (Foto: Bührke)Thomas aus München im Gespräch mit Richard. (Foto: Bührke)

Ob Thomas und die anderen Langstreckenfahrerinnen und -fahrer tatsächlich bei Sonnenschein wieder in Münster ankommen werden, entscheidet sich am Sonntag bis 16 Uhr. Wer es bis dahin nicht zur B-Side schafft, ist ausgeschieden. Wer gewonnen hat, verrät am Ende die Auswertung der GPS-Tracker, die alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit sich führen. Einen Sieger gibt es jetzt bereits, Richard Vienenkötter, der ganz offensichtlich trotz einer gewissen Nervosität dennoch sehr zufrieden mit seinem ersten selbst organisierten Rennen ist: „Ich bin noch immer sehr aufgeregt. Aber ich bin auch froh, dass alle Tracker laufen und die Räder unterwegs sind!“

Fotos: Bührke

Michael wurde im niedersächsischen Celle geboren und kam 1990 zum Studieren nach Münster. Er ist Geograf und arbeitet heute in der Unternehmskommunikation. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Soziales aber auch in den Naturwissenschaften. Michael ist leidenschaftlicher Radfahrer, Wanderer und Amateurfotograf.

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