Rom – Die Serie A biegt auf die Zielgerade ein – und droht im Terminchaos zu versinken. Fünf Teams kämpfen noch um die Champions-League-Plätze. Um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern, sollen diese Mannschaften am Sonntagmittag parallel antreten. Doch das schmeckt Lazio Rom gar nicht.

Der Reihe nach: Das römische Derby zwischen AS Rom und Lazio wurde von Sonntagmittag (12.30 Uhr) auf Montagabend (20.45 Uhr) verlegt. Denn auf dem Gelände des Olympiastadions findet parallel das ATP-Turnier statt. Sonntag steigt das Finale im Herren-Einzel. Zwischen Tennis- und Fußballstadion liegen nur wenige hundert Meter.

Die römischen Behörden verlegten das Fußballspiel unter anderem wegen Sicherheitsbedenken kurzerhand auf Montagabend. Doch die italienische Liga grätschte dazwischen, schob die Partie zurück auf Sonntagmittag. Damit Neapel (Platz 2/70 Punkte), Juventus (3/68), AC Mailand (4/67), AS Rom (5/67) und Como (6/65) parallel spielen können.

Lazio-Trainer Sarri stur: „Sonntag komme ich nicht“

Interessant: Lazio ist auf Rang 9 gar nicht mehr in den Kampf um die europäischen Plätze involviert. Und trotzdem ist Trainer Mauricio Sarri (67) sauer. Er sagte Mittwochabend nach dem verlorenen Pokalfinale gegen Double-Sieger Inter Mailand (0:2): „Ich werde Montagabend kommen. Wenn sie das Derby am Sonntag austragen wollen, komme ich nicht.“ Droht Lazio sogar mit einem Spielboykott?

Inters deutscher Verteidiger Yann Bisseck (25) kämpft mit Lazios Mattia Zaccagni (l./30) um den Ball

Inters deutscher Verteidiger Yann Bisseck (25) kämpft mit Lazios Mattia Zaccagni (l./30) um den Ball

Foto: Tano Pecoraro/LaPresse/AP/dpa

Sarri weiter: „Ich halte es für einen großen Fehler, das Spiel mittags stattfinden zu lassen. Für fünf Vereine geht es um Millionenbeträge in der Zukunft. Es wäre ein unglaublicher Fehler. Ich bezweifle, dass ich meinen Job behalten würde, wenn ich solche Fehler machen würde.“

Eine Option, die ebenfalls diskutiert wird: Die Fußballspiele sollen sonntags schon um 12 Uhr angepfiffen werden. Das Tennis-Finale wiederum später – erst dann, wenn der Großteil der Fußballfans das Stadiongelände verlassen hat.