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Noch ist Winsley Boteli an den FC Sion ausgeliehen. Eine niedrige Kaufoption und mögliche Interessenten verkomplizieren die Lage für Borussia Mönchengladbach.
Mönchengladbach – Gerade einmal 17 Minuten sind gespielt, da wackelt das Tor zum ersten Mal. Doch Winsley Boteli trifft nur den Pfosten. Keine vier Minuten später darf der 19-jährige Schweizer dann doch jubeln. Die Leihgabe von Borussia Mönchengladbach sorgt beim FC Sion aus der Schweiz für Furore. Der Sieg gegen Sensationsmeister Thun gelingt auch dank des jungen Angreifers, der in Mönchengladbach nicht mehr gebraucht wurde.
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An seinem 16. Geburtstag wechselte Winsley Boteli 2022 von Servette aus Genf an den Niederrhein. In der U17, der U19 und der U23 in der Regionalliga West sammelt der Offensivmann wertvolle Erfahrungen und trifft teamübergreifend in drei Jahren 51‑mal. Der frühere Sportchef Roland Virkus traute dem 19-Jährigen den Sprung in die Bundesliga allerdings offenbar nicht zu. Im vergangenen Sommer ging Boteli per Leihe nach Sion. Die Schweizer handelten jedoch eine Kaufoption heraus, die den Fohlen nun teuer zu stehen kommen könnte.
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Laut übereinstimmenden Berichten liegt diese Transferoption bei 3,5 Millionen Euro. Dazu hat die Borussia wohl eine Weiterverkaufsbeteiligung von 10 Prozent. Für seinen Leihklub traf der Offensivmann zehnmal. Für die Schweizer U20- und U21-Nationalmannschaften knipste der Stürmer dazu viermal. Die gute Entwicklung des Angreifers könnte den Fohlen nun auf die Füße fallen.
Denn sollte beim FC Sion ein Angebot über 3,5 Millionen Euro eintrudeln, kann der Erstligist die Kaufoption ziehen, Boteli weiterverkaufen und somit selbst einen Gewinn erzielen. Auch wenn die Borussia dann einen Restgewinn einstreichen könnte, droht ein Minusgeschäft. Denn die Entwicklung des treffsicheren Youngsters scheint weiterhin nicht am Ende zu sein. In Zukunft könnte der Schweizer seinen Marktwert noch weiter steigern. Die Gladbacher würden dann weder sportlich noch finanziell davon profitieren können.
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Das Gesamtpaket der Boteli-Leihe wurde im Sommer offenbar völlig falsch eingeschätzt. Eine Rückkehr des Juwels scheint aktuell aufgrund der großen Schnäppchenmöglichkeit für andere Vereine eher unwahrscheinlich. Laut verschiedener Berichte sind unter anderem der SC Freiburg, Premier-League-Klub FC Brentford, St. Gallen und Club Brügge an Boteli interessiert. Die Borussia hat sich demnach wohl verpokert und droht, ein Toptalent für die ohnehin schwach besetzte Stürmerposition für einen Spottpreis zu verlieren. (jsk)