Die Bilder sind grausig. Von Igeln, die langsamer waren als der Mähroboter. Das kommt laut Experten leider immer wieder vor. Die automatischen Mäher nähert sich leise an und machen auch vor Tieren nicht Halt. Die Messer können Igeln und anderen kleinen Wirbeltieren „erhebliche Verletzungen oder Verstümmelungen“ zufügen, heißt es seitens der Stadt Stuttgart.

Deshalb gilt nun eine neue Allgemeinverfügung: Mähroboter dürfen im Stadtgebiet Stuttgart nachts nicht mehr unterwegs sein. Mit der geplanten Veröffentlichung im Amtsblatt am 15. Mai soll die Verfügung greifen. „Verboten ist der Einsatz der Geräte jeweils ab 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang am nächsten Morgen“, erklärt Oliver Hillinger, Sprecher der Stadt.

Alle Mähroboter in Stuttgart betroffen

„Mähroboter im Sinne dieser Allgemeinverfügung sind jede Art von Servicerobotern, die selbsttätig eine vorgegebene Rasen- oder sonstige Grünfläche mähen können“, heißt es in der Verfügung. Wer sich über dieses Verbot hinwegsetzt, riskiert eine hohe Strafe. „Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu zehntausend Euro geahndet werden.“

Für Igel und andere kleine Tiere können die Mähroboter schwere Verletzungen oder auch den Tod bringen. Foto: Editha Schneider/Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB)/dpa

Ausnahmen müssen bei der unteren Naturschutzbehörde der Landeshauptstadt Stuttgart beantragt werden. Voraussetzung, dass es klappt: „Wenn nachgewiesen wird, dass im konkreten Einzelfall keine Gefahr für Leib und Leben von Igeln und anderen kleinen Wirbeltieren durch den Einsatz eines Mähroboters entsteht“, heißt es in der Allgemeinverfügung.

Die Stadträte in Stuttgart waren sich einig

Angestoßen hatte das Verbot die PULS-Fraktion. Bei einer Diskussion im Ausschuss für Klima und Umwelt im Herbst 2025 waren sich die Fraktionen mehr als einig, dass es das nächtliche Mähroboter-Verbot in Stuttgart braucht. Alle trugen das Ansinnen mit.

Damals wurde aber auch deutlich, dass die Kontrolle des Verbots schwierig bis unmöglich ist. Man hoffe im Fall der Fälle auf Hinweise aus der Nachbarschaft, sagte die Zuständige der Stadt im Herbst 2025. Dann werde man dagegen vorgehen.