Konzert im Theaterhaus: Status-Quo-Frontmann Francis Rossi flucht in Stuttgart und kauft in Ulm ein Francis Rossi bei einem Auftritt in der Schweiz. Beim Konzert in Stuttgart waren keine Fotografen zugelassen. Foto: IMAGO/Just Pictures

Francis Rossi, bekannt als Frontmann der Band Status Quo, hat im Stuttgarter Theaterhaus vom Musikantenleben erzählt und Songs seiner Band gespielt.

Als Francis Rossi, der Sohn eines italienischen Eisverkäufers und einer Irin, am Donnerstagabend auf der Bühne des Theaterhauses erscheint, trägt er ein weißes Hemd und eine schwarze Jacke – und nicht, wie sonst fast immer, weißes T-Shirt und Weste. Er war in Ulm einkaufen. Die Erwartungen an seine Garderobe wird er erst in der zweiten Hälfte seines Programms erfüllen. Er ist nicht mehr jung, aber er möchte es sein. „Ich identifiziere mich als 54-jähriger“, sagt der 76-Jährige. „Das müsst ihr akzeptieren.“

Der Sänger und Gitarrist der Rockband Status Quo pflegt einen bissigen Humor. Er spielt berühmte und weniger berühmte Songs seiner Band und bewegt sich so, fast chronologisch, durch die Geschichte von Status Quo. Er beginnt mit „Pictures of Matchstick Men“, das die Band im Jahr 1967 auf Platz sieben der deutschen und britischen Charts brachte.

Status Quos „In The Army Now“

Zuvor schon klimpert er den Evergreen „Que Sera“ und verrät, dass die eigentliche musikalische Inspiration seiner Jugendzeit beim italienischen Schlager „Poppa Piccolino“ von 1953 lag. Später wird er das Theaterhaus dazu bringen, heiteren Gemüts zu singen: „Valerie! Valera!“. Am glücklichsten ist dieses Publikum allerdings, wenn es, sehr spät am Abend, aus voller Kehle brüllen darf: „Stand up and fight!“ – als er Status Quos Version von „In The Army Now“ spielt.

Herr Rossi fand das Glück bei einem stoischen Gitarren-Shuffle, der die halbe Welt hypnotisierte, zum Wippen und Flippen brachte. „Ich hatte das Gefühl, ich könnte das bis in alle Ewigkeit weiterspielen“, sagt er. „Und das tat ich dann auch.“ Aber er zeigt gerne, dass er weit mehr kann, entlockt seinem Instrument blitzartig elegante Soli und spielt mit immer größerer Hingabe, je später der Abend und je mehr Songs er hervorholt.

Francis RossI: „Ihr seht mir alle so ähnlich“

Er erzählt aus seinem Musikerleben, von Auftritten in Bielefeld, und bestreitet, dass dieser Ort nicht existiere. Er schwärmt vom deutschen Essen, besonders von Brötchen mit Butterkäse und Tomaten. Er sitzt in einem tiefen roten Sessel, Gitarren zu seiner Seite, trinkt Wasser und wird begleitet von dem Musiker und Produzenten Andy Brook.

Der bohrende, treibende, mitreißende Status Quo-Sound funktioniert auch heute noch, zumindest bei jenen Menschen, die den großen Saal des Theaterhauses füllen. Rund 800 von 1000 Sitzen sind besetzt, das Publikum trägt T-Shirts mit Bandlogo, Kutten voller Patches. Francis Rossi ist sich sehr sicher, dass er nicht der einzige im Theaterhaus ist, der unter Prostataproblemen leidet. Er blickt ins Publikum und freut sich: „You all look so much like me“ – „Ihr seht mir alle so ähnlich.“

Finale mit „Down Down“ und „Caroline“

Der Brite, der in zwei Wochen seinen 77. Geburtstag feiern wird, genießt es, hin und wieder vernehmlich „Shit“ und „Fuck“ zu sagen, rebelliert also gewissermaßen noch im hohen Alter, wenn auch nur gegen seine Gebrechen. Mit „Down Down“ (1974) und „Caroline“ (1973) verabschiedet sich Francis Rossi vom tobenden Theaterhaus.