Die „Nachtspur“ an der Radbahn in Kreuzberg wurde wieder aktiviert. Die Lichtinstallation unter der U1 macht Bewegung, Energie und öffentlichen Raum sichtbar.
Straßenschilder markieren die Bereiche „ReallaborRadbahn“ und „Nachtspur“ an der Skalitzer Straße in Kreuzberg. / © Foto: Global Goals Berlin e.V.
© Titelbild: Global Goals Berlin e.V.
Die „Nachtspur“ an der Radbahn in Kreuzberg ist wieder in Betrieb. Die Lichtinstallation unter der U1 reagiert auf Bewegung und setzt Lichtimpulse entlang der Teststrecke. Das Projekt verbindet nachhaltige Mobilität, Energie, Stadtraum und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit.
Unter dem Viadukt der U1 in Kreuzberg erzeugt die Installation „Nachtspur“ Lichtimpulse, wenn Fahrräder die Strecke nutzen. So macht sie Bewegung im öffentlichen Raum sichtbar und knüpft an die ursprüngliche Idee der Radbahn an: Aus einem bislang stark verkehrsgeprägten Stadtraum soll ein Ort entstehen, der Radverkehr, Aufenthaltsqualität, Stadtgrün und technische Innovation verbindet.
Ein Fahrrad auf der Radbahn-Teststrecke in Kreuzberg. / © Foto: Global Goals Berlin e.V.
Radbahn in Kreuzberg: Teststrecke unter der U1
Die Radbahn-Teststrecke entstand im Rahmen eines mehrjährigen Reallabors unter der U-Bahnlinie U1. Ein Abschnitt des Viadukts sollte dauerhaft für den Radverkehr nutzbar gemacht werden. Die Idee reicht deutlich über einen klassischen Radweg hinaus. Auf der Strecke wurden unter anderem Stadtmobiliar, Beleuchtung, Begrünung, Regenwassernutzung und technische Elemente erprobt. Das Förderprojekt lief seit 2019 und endete im Herbst 2024.
Mit dem Relaunch der „Nachtspur“ kehrt nun ein sichtbares Element dieses Ansatzes zurück. Global Goals für Berlin e.V. ordnet die Installation mehreren Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen zu. Dazu zählen bezahlbare und saubere Energie, nachhaltige Städte und Gemeinden, Klimaschutz sowie Partnerschaften zur Erreichung der Ziele. Die Beteiligten verstehen die „Nachtspur“ damit als Beispiel dafür, wie globale Fragen im lokalen Stadtraum verhandelt werden können.
Die reaktivierte „Nachtspur“ an der Radbahn in Kreuzberg setzt unter der U1 grüne Lichtimpulse entlang der Teststrecke. / © Foto: Global Goals Berlin e.V.
„Nachtspur“ macht Bewegung und Energie sichtbar
Die Installation reagiert auf Bewegung und übersetzt das Treten von Fahrrädern in Lichtimpulse. Die „Nachtspur“ zeigt, dass Radverkehr nicht nur als Fortbewegung, sondern auch als Auslöser für Wahrnehmung und Aktivierung eines Ortes funktionieren kann. Gerade an der Skalitzer Straße spielt dieser Aspekt eine Rolle, weil die Teststrecke bisher nur eingeschränkt ans bestehende Radwegenetz angebunden ist.
Das Problem: Die Radbahn wurde nach Ende der Förderung kaum genutzt. Vor allem die kurze Länge von rund 200 Metern und die fehlende Einbindung in durchgehende Routen spielen hier eine Rolle. Viele ursprünglich getestete Elemente wie Servicestationen oder technische Komponenten sind nach Projektende nicht mehr vorhanden.
Informationsschilder weisen auf die „Nachtspur“ und das Radbahn-Projekt unter der Berliner U1 in Kreuzberg hin. / © Foto: Global Goals Berlin e.V.
Skalitzer Straße bleibt zentral für die Radbahn
Für die weitere Entwicklung der Radbahn bleibt die Skalitzer Straße entscheidend. Bereits 2024 lag ein Konzept vor, das den Straßenraum neu ordnen sollte. Demnach könnte der Autoverkehr stärker gebündelt werden, während unter dem Viadukt und auf Teilen der nördlichen Skalitzer Straße mehr Raum für Rad- und Fußverkehr entstünde. In diesem Zusammenhang war auch von einer möglichen Entsiegelung von bis zu 40 Prozent der Flächen die Rede.
Der Relaunch der „Nachtspur“ löst diese strukturellen Fragen nicht. Er setzt aber einen neuen sichtbaren Akzent auf der Radbahn in Kreuzberg.
Quellen: Global Goals Berlin e.V., Reallabor Radbahn UG



