Der Eurovision Song Contest 2026 ist von Israel geprägt. Nicht, weil das Land die vergangene Ausgabe gewonnen hat, sondern weil die Teilnahme zum Boykott anderer Nationen geführt hat. Wir geben einen Überblick zu den wichtigsten Fragen zum diesjährigen ESC und zeigen, wie die Reihenfolge im Finale ist.

Wann und wo findet der ESC 2026 statt?

Der Eurovision Song Contest 2026 findet vom 12. bis 16. Mai 2026 in Wien statt. Da im vergangenen Jahr JJ mit „Wasted Love“ für Österreich gewinnen konnte, ist das Land in diesem Jahr Ausrichter des ESC. Der Wettbewerb findet, wie auch schon 2015, in der Wiener Stadthalle statt.

  • Finale: 16. Mai 2026, 21 Uhr, ARD und ARD-Mediathek im Livestream sowie im ESC-YouTube-Kanal

Eurovision Song Contest

:Das Israel-Dilemma

Die Netanjahu-Regierung nutzt den ESC als politisches Instrument. Fünf Länder boykottieren den Wettbewerb wegen des Krieges in Gaza. Ein Ausschluss Israels aber hätte gravierende Folgen für die dortige Medienlandschaft.

SZ PlusVon Marie Gundlach und Leonard ScharfenbergWo sehe ich den ESC 2026 im Fernsehen und Stream?

Der ESC wird von der ARD übertragen, sowohl das Finale am 16. Mai als auch die beiden Halbfinals. Die Shows können zudem in der ARD Mediathek und beim ESC-YouTube-Kanal gestreamt werden.

Welche Länder nehmen am ESC 2026 teil?

35 Länder haben ihre Teilnahme am Eurovision Song Contest 2026 bestätigt. Drei Länder kommen nach mehrjähriger Abstinenz zurück: Bulgarien, Moldau und Rumänien. Ein Überblick, wer im Finale dabei ist und wer im Halbfinale ausgeschieden ist.

16. Mai, 21 Uhr: Die Startreihenfolge im Finale

Die vier größten Geldgeber der EBU sowie der Vorjahressieger waren automatisch fürs Finale qualifiziert. Hinzu kamen die zehn Sieger der beiden Halbfinals.

  • 01 Dänemark: Søren Torpegaard Lund – „Før vi går hjem“
  • 02 Deutschland: Sarah Engels – „Fire“
  • 03 Israel: Naom Bettan – „Michelle“
  • 04 Belgien: Essyla – „Dancing on the Ice“
  • 05 Albanien: Alis – „Nân“
  • 06 Griechenland: Akylas – „Ferto“
  • 07 Ukraine: Leléka – „Ridnym“
  • 08 Australien: Delta Goodrem – „Eclipse“
  • 09 Serbien: Lavina – „Kraj Mene“
  • 10 Malta: Aidan – „Bella“
  • 11 Tschechien: Daniel Zizka – „Crossroads“
  • 12 Bulgarien: Dara – „Bangaranga“
  • 13 Kroatien: Lelek – „Andromeda“
  • 14 Großbritannien: Look Mum No Computer – „Ein, Zwei, Drei“
  • 15 Frankreich: Monroe – „Regarde !“
  • 16 Moldau: Satoshi – „Viva, Moldova!“
  • 17 Finnland: Linda Lampenius x Pete Parkkonen – „Liekinheitin“
  • 18 Polen: Alicja – „Pray“
  • 19 Litauen: Lion Ceccah – „Sólo Quiero Más“
  • 20 Schweden: Felicia – „My System“
  • 21 Zypern: Antigoni – „Jalla“
  • 22 Italien: Sal Da Vinci – „Per Sempre Si“
  • 23 Norwegen: Jonas Lovv – „Ya Ya Ya“
  • 24 Rumänien: Alexandra Căpitănescu – „Choke Me“
  • 25 Österreich: Cosmo – „Tanzschein“

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Im ersten Halbfinale ausgeschieden

  • Portugal: Bandidos do Cante – „Rosa“
  • Georgien: Bzikebi – „On Replay“
  • Montenegro: Tamara Živković – „Nova Zora“
  • Estland: Vanilla Ninja – „Too Epic To Be True“
  • San Marino: Senhit – „Superstar“

Eurovision Song Contest

:So unpolitisch, wie es eben geht

Beim ersten Halbfinale des ESC stören Rufe aus dem Publikum den israelischen Beitrag. Sonst überzeugt zwar die Musik, aber das Randprogramm eher weniger: ein Schnelldurchlauf.

SZ PlusVon Marie Gundlach

Im zweiten Halbfinale ausgeschieden

  • Aserbaidschan: Jiva – „Just Go“
  • Luxemburg: Eva Marija – „Mother Nature“
  • Armenien: Simón – „Paloma Rumba“
  • Schweiz: Veronica Fusaro – „Alice“
  • Lettland: Atvara – „Ēnā“

Eurovision Song Contest

:Warum sind hier alle queer?

Das zweite ESC-Halbfinale liefert eine glattpolierte Show und eine seltsam deplatzierte Moderation über sexuelle Orientierung. Weiter sind unter anderem starke Songs aus Dänemark, Australien, Bulgarien und Norwegen.

SZ PlusVon Ann-Marlen HooltWer sind die Favoriten?

Die Wettanbieter haben einen klaren Favoriten: Finnland. Stand 13. Mai lagen Linda Lampenius und Pete Parkkonen mit einer Gewinnchance von 37 Prozent vor dem Griechen Akylas (13 Prozent) und dem Dänen Søren Torpegaard Lund (elf Prozent). Außenseiterchancen werden noch Australiens Delta Goodrem und Israels Noam Bettan eingeräumt. Sarah Engels liegt bei den Anbietern nach dem ersten Halbfinale auf Platz 24.

Wer fährt für Deutschland zum ESC 2026?

Sarah Engels und ihr Song „Fire“ haben das Rennen gemacht. Die ehemalige DSDS-Zweite setzte sich im Final-Finale gegen Wavvyboi und Molly Sue durch. Insgesamt standen neun Acts auf der Bühne, eine internationale Jury wählte drei Favoriten, aus denen dann das deutsche Publikum abstimmte.

Eurovision Song Contest

:„Als würde ich sagen: Ich will Beyoncé sein“

Sarah Engels reist mit dem Song „Fire“ für Deutschland zum ESC. Singen kann sie. Aber gewinnen? Ein Treffen in Berlin.

SZ PlusVon Marie GundlachWarum boykottieren einige Länder den ESC 2026 wegen Israel?

Fünf Länder haben wegen der Teilnahme Israels ihren Rückzug vom ESC 2026 angekündigt: Irland, Island, die Niederlande, Spanien und Slowenien. Hintergrund sind der Gaza-Krieg und seine Folgen für die palästinensische Zivilbevölkerung.

Eurovision Song Contest

:Desaster mit Ansage

Israel ist dabei, Spanien und andere Länder sagen deshalb demonstrativ ab: Warum die angeblich unpolitische Trash-Sause ESC nicht mehr einfach so stattfinden kann.

SZ PlusVon Marie Gundlach

Hinzu kommen einige Länder, die auch in diesem Jahr nicht dabei sein werden. Ungarn und die Türkei verzichten freiwillig, weil den Ländern die Veranstaltung zu queer ist und gegen die konservativen Ansprüche der öffentlich-rechtlichen TV-Stationen und deren Regierungen spricht. Russland ist 2022 nach dem Angriffskrieg gegen die Ukraine vom ESC ausgeschlossen worden, daraufhin haben die russischen TV-Anstalten die EBU verlassen.

Welche Änderungen gibt es beim ESC 2026?

Die Anzahl der Televotes wird von bislang 20 Stimmen auf zehn pro Zahlart (SMS, Telefonanruf, Onlinevoting mit Kreditkarte) reduziert. In den Halbfinals werden wieder Jurys abstimmen, der ESC kehrt damit zur Abstimmung zurück, die bereits ähnlich in den Jahren 2009 bis 2022 praktiziert wurde.

Auch bei den Jurys selbst gibt es eine Änderung. Statt fünf werden künftig sieben Mitglieder über die Punktevergabe entscheiden. Mindestens zwei der Juroren müssen im Alter von 18 bis 25 Jahren sein.

Nach der offensiven Werbekampagne der israelischen Regierung für den Song „New Day Will Rise“ von Yuval beim vergangenen ESC hat die EBU reagiert und führt strengere Regeln in Bezug auf Werbung und Promotion ein.

MeinungEurovision Song Contest

:Der ESC ist kein „Klamauk“, er ist wichtig für EuropaSZ PlusKommentar von Marie GundlachWer moderiert den ESC 2026?

Die 70. Ausgabe des Eurovision Song Contest wird von einem Duo moderiert: Victoria Swarovski und Michael Ostrowski. Beide sind in der Unterhaltungsbranche tätig: Swarovski moderiert bei RTL die Shows „Das Supertalent“ und „Let’s Dance“, die Tanzshow hat sie selbst in der Vergangenheit bereits gewonnen. Michael Ostrowski ist Schauspieler und spielte unter anderem in Filmen wie „Kokowääh 2“ oder „Die Känguru-Verschwörung“ und diversen Fernsehproduktionen mit.

Wie ist die Punktevergabe im Finale?

Jedes teilnehmende Land vergibt für die Beiträge im Finale einen bis zwölf Punkte. Seit 2016 stimmen pro Land je eine Jury sowie die Zuschauer per Telefonvoting ab. Somit kann ein Beitrag maximal 24 Punkte aus einem Land erhalten.

Auch 2026 dürfen Zuschauer aus Ländern abstimmen, die nicht am ESC teilnehmen wie Kanada, die USA oder Brasilien. Diese Ergebnisse werden in der Kategorie „Rest der Welt“ zusammengefasst.