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Ein Konvoi des UN-Nothilfebüros ist in Cherson unter Beschuss geraten. Videoaufnahmen zeigen den Einschlag einer Drohne auf ein deutlich gekennzeichnetes Fahrzeug der Vereinten Nationen.
Cherson – Ein Fahrzeug des UN-Nothilfebüros ist in der ukrainischen Region Cherson zweimal Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Die Attacken ereigneten sich nach Angaben der Vereinten Nationen im stark umkämpften Stadtteil Ostriv der Stadt Cherson.
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Dieser Artikel entstand in einer Content-Partnerschaft mit All Eyes Video.
Von der Organisation veröffentlichte Aufnahmen zeigen den Moment, in dem eine Drohne eines der Fahrzeuge eines Hilfskonvois trifft. Dieser war demnach unterwegs, um Lebensmittel und Solarlampen an die Zivilbevölkerung zu liefern.
Die UN veröffentlichten ein Video des Angriffs. © X
Andrea de Domenico, Leiter des UN-Nothilfebüros in der Ukraine, schilderte den Ablauf des Vorfalls. Kurz nach dem Überqueren einer Brücke auf dem Weg nach Ostriv habe eine Drohne eines der Fahrzeuge getroffen. Trotz des Angriffs habe der Konvoi den Zielort erreicht und die Hilfsgüter ausgeliefert. Während der Verteilung sei es dann zu einem weiteren Angriff einer Drohne gekommen.
Selenskyj macht Russland für Drohnenangriff auf UN-Fahrzeug verantwortlich
Verletzt wurde nach bisherigen Angaben niemand. Die Mitarbeiter seien anschließend von örtlichen Einsatzkräften in Sicherheit gebracht worden, teilte die UN mit. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj befanden sich de Domenico und acht weitere UN-Mitarbeiter in dem Fahrzeug.
Selenskyj machte Russland für den Angriff verantwortlich. Den russischen Streitkräften müsse klar gewesen sein, dass es sich um ein Fahrzeug der Vereinten Nationen gehandelt habe, erklärte er. Auch die Regionalverwaltung von Cherson sprach von einem gezielten Angriff auf einen deutlich gekennzeichneten Hilfskonvoi.
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Die Vereinten Nationen äußerten sich zunächst vorsichtiger. Die Organisation teilte mit, bislang nicht zu wissen, wer den Angriff durchgeführt habe. UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher sprach jedoch von einem möglichen gezielten Angriff und kündigte Untersuchungen sowie mögliche Konsequenzen an.
Humanitäres Personal und dessen Fahrzeuge stünden unter dem Schutz des internationalen Völkerrechts, erklärte die UN weiter. Zudem seien die Bewegungen des Konvois im Vorfeld sowohl mit ukrainischen als auch mit russischen Stellen abgestimmt worden.