Eine Podiumsdiskussion mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim Katholikentag in Würzburg ist von Klimaaktivisten mit Zwischenrufen und Pfiffen unterbrochen worden. Die mehr als 1.000 Besucherinnen und Besucher im Saal nahmen die Störung zunächst einige Minuten lang hin, forderten die Protestierenden dann jedoch zum Verlassen der Veranstaltung auf. Sicherheitskräfte führten eine Frau aus dem Saal, eine weitere Aktivistin ging freiwillig. Danach konnte die Veranstaltung fortgesetzt werden.

Nach Angaben der Polizei hatten sich vor dem Auftritt des Kanzlers etwa 400 Demonstrierende vor dem Congress Centrum versammelt. Sie protestierten unter anderem gegen die Klimapolitik der Bundesregierung.

Der Kanzler hatte auf dem Podium mit Amy Kirchhoff,
Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, und der Geistlichen
Leiterin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, Lisa Quarch, über
die drängenden Fragen der Jugend und ihre Zukunft gesprochen.

»Ich weiß, dass ich in meiner Kommunikation etwas verbessern muss«

Der CDU-Politiker räumte dabei auch fehlende Fortschritte bei der Lösung politischer Probleme ein. Zur Demokratie gehöre zwar Streit, sagte der Bundeskanzler. Der Streit müsse aber zu Ergebnissen führen. »Und vielleicht streiten wir im Augenblick zu viel und bringen zu wenig Ergebnisse«, sagte Merz mit Blick auf die schwarz-rote Koalition.

Auch in Bezug auf seinen persönlichen kommunikativen Stil zeigte Merz sich selbstkritisch. Der CDU-Chef sagte, er beschäftige sich mit immer größerer Intensität mit der Frage, woran es liege, dass es ihm offensichtlich nicht gelinge, die Menschen im Land hinreichend zu erreichen und zu überzeugen.

© Lea Dohle

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»Ich weiß, dass ich in meiner Kommunikation etwas verbessern muss, damit diese Botschaft besser verstanden wird«, sagte Merz. Er versuche, den Menschen Zukunftsängste zu nehmen, die weit verbreitet seien. Zudem wolle er versuchen, dem Land und der Bevölkerung trotz großer Herausforderungen Optimismus zu geben, dass man es hinbekommen könne. Er müsse aber noch mehr erklären.

Auf die Frage, was ihm trotz aller Herausforderungen Hoffnung gebe, sagte Merz: »Ich habe Zuversicht, weil ich mich mit dem Gedanken, enttäuscht zu werden, gar nicht beschäftigen möchte.« Merz sprach von Zuversicht, es schaffen zu können, das Land wieder stabil nach vorne zu führen. Zuversicht sei für ihn das bessere Wort als Hoffnung.

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