Neuer Rasen im Fußballstadion an der Kaiserlinde in Elversberg

Stand: 15.05.2026 • 06:13 Uhr

Die SV Elversberg kann mit einem Sieg gegen Preußen Münster den Bundesliga-Aufstieg klarmachen. Aber erfüllen Stadion und Umfeld überhaupt die Anforderungen für die erste Liga im deutschen Fußball?

„Für uns ist 2. Liga ja schon zu groß“, sagte zuletzt Vincent Wagner – lachend und zufrieden nach dem 5:1-Heimerfolg gegen Aufstiegskonkurrent SV Paderborn. Der Erfolgscoach der SV Elversberg war sich aber auch sicher: Wenn es wirklich klappen sollte mit dem Bundesliga-Aufstieg, dann werde die SVE „brutal reinwachsen“.

Reinwachsen müssen aber nicht nur das Spieler- und Trainerteam, sondern die gesamte Infrastruktur des Vereins. Der Sprung in die Bundesliga ist groß. Unter anderem das Stadion muss bestimmte Voraussetzungen der Deutschen Fußball Liga (DFL) erfüllen.

Die höhere Liga und das damit größere Interesse bringen auch mehr Medien- und Kamerateams nach Elversberg, für die mehr Platz geschaffen werden muss. Ist die SVE also, Stand jetzt, bundesligatauglich?

Stadion an der Kaiserlinde für Bundesliga lizenziert

„Das Stadion ist auch für die erste Liga lizenziert“, beruhigt SVE-Vizepräsident Swen Hoffmann die Gemüter beim Thema Spielstätte. Die Lizenzierung für beide Ligen sei eine Vorgabe der DFL gewesen, weil sich die SVE zum Zeitpunkt der Lizenzierung für die 2. Liga in den oberen Tabellenregionen befand.

Für das Stadion haben die Saarländer schon länger eine Ausnahmegenehmigung von der DFL bekommen. Denn eigentlich erfüllt das SVE-Stadion eine grundlegende DFL-Anforderung nicht – für keine der beiden Ligen.

Demnach müssen mindestens 15.000 Zuschauer einen Platz in Bundesligastadien finden, das Stadion an der Kaiserlinde bietet derzeit nur Platz für 10.000. Spätestens bis zum Frühjahr 2027 sollen die Stadionpläne umgesetzt werden. Bis dahin gilt die Ausnahmegenehmigung, damit die SVE ihr Zuhause nach und nach einrichten kann.

Zu konkreten Lizenzierungsangelegenheiten mit einzelnen Fußballvereinen wollte sich die DFL auf SR-Anfrage nicht äußern.

Vizepräsident: SVE-Infrastruktur noch mit Ausbaupotenzial

Hoffmann räumt aber trotz der Lizenz ein: „Es gibt da noch die ein oder andere Optimierung, die man machen muss. Aber das sind alles lösbare Themen.“ Dabei gehe es vor allem um die Bedingungen für die Sportberichterstattung: Die Positionen für die Kameras könnten besser sein, die Medienplätze müssten erweitert werden.

Zu den Vorgaben in der DFL-Lizenzierungsordnung gehören unter anderem Mindestabstände von Kameras zum Spielfeld. Werden diese nicht eingehalten und Aufnahmegeräte oder -personal beschädigt, ist der Verein laut Regularien zu Schadenersatz verpflichtet.

Zudem müssen Bundesligastadien in einem sogenannten Medienarbeitsraum mindestens zehn Arbeitsplätze stellen – doppelt so viele wie in der 2. Liga. Dazu ersetzen Container übergangsweise zurzeit noch „richtige“ Umkleidekabinen. Aber all diese Baustellen seien eben „lösbare Themen“.

Neue Tribüne: Mehr Medienräume, einmalige „Field Loges“

Einige Pläne dagegen sind erstligareif, zum Beispiel spezielle „Field Loges“ nach US-Vorbild: Darin sollen Fans die Bundesligapartien der SVE auf Spielfeldhöhe verfolgen können. Damit würde die SVE sogar für ein Novum in der Bundesliga sorgen.

Die Logen sollen in die neue Nordtribüne integriert werden, die derzeit noch einer Baustelle gleicht. Dort sollen auch die neuen, erforderlichen Medienräume entstehen.

Infrastrukturell muss noch einiges passieren, damit das Stadion an der Kaiserlinde und das Umfeld endgültig reif für die 1. Liga sind. Auf dem Platz beweist die SVE aber schon über die ganze Saison hinweg Bundesliga-Qualität. Gegen Preußen Münster am Sonntag müssen sich die Saarländer nur noch selbst belohnen.

Über dieses Thema haben auch die SR info-Nachrichten am 15.05.2026 berichtet.

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Erstveröffentlichung: 15.05.2026 | 06:14 Uhr

Saarländischer Rundfunk