Normalerweise spielen sie in Jugendgottesdiensten, auf dem Konficamp des Bezirksjugendwerks oder bei christlichen Open Air Festivals: Die Band „Free Indeed“ macht seit fast zehn Jahren gemeinsam Musik.
Den fünf jungen Menschen aus der Kirchengemeinde Hopfau-Dürrenmettstetten spürt man den Zusammenhalt und die Gemeinschaft an – das liegt sicherlich auch an den regelmäßigen Bandcoaching-Wochenenden „Band at Work“ des EJW Württemberg im Januar, die sie seit einigen Jahren besuchen.
„Singing Points“ für Regio-Bands
Dort wurden sie auch auf den diesjährigen Gospelkirchentag in Stuttgart aufmerksam gemacht: Auf drei kleineren Bühnen entlang der Königstraße boten die Organisatoren regionalen Bands die Chance, ein breiteres Publikum zu erreichen. Diese „Singing Points“ waren Teil des Festivalprogramms.
Zur Eröffnung des musikalischen Wochenendes traten zahlreiche Gospelchöre aus aller Welt in der Porsche-Arena auf, tags darauf war in der ganzen Stadt Programm an verschiedenen Standorten und Kirchen geboten.
Fans reisen an
Während in Stuttgart schon seit Stunden vom „Band at Work“-Team aufgebaut wurde, begann für die fünf Bandmitglieder der Tag im Proberaum in Dürrenmettstetten mit einer letzten Generalprobe. Weil außer den eigenen Gitarren nichts mitgebracht werden musste, reiste die Musiker mit dem Zug in die Landeshauptstadt – eine erste außergewöhnliche Erfahrung.
An der Bühne angekommen, realisierten sie erst richtig, was auf sie zukam, berichten sie: Die Königstraße war wegen des sonnigen Wetters an diesem Samstag „mehr als gut gefüllt“. Dennoch behielt die Vorfreude die Oberhand – wahrscheinlich nicht zuletzt, weil einige Freude, alte Bekannte und Verwandte bei dem Auftritt vor der Bühne standen. Es freute die Band besonders, „dass viele Leute aus ‚Mettstett‘ extra nach Stuttgart gekommen sind, um uns zu unterstützen“, so Sängerin Hannah Kraft.
Die Begeisterung ist gegenseitig
Bereits nach wenigen Minuten hatte sich vor der Bühne eine große Menschentraube angesammelt, um E-Gitarren-Riffs, perfekter Zweistimmigkeit der Sängerinnen und den Rhythmen der Rocksongs zuzuhören. Es wurde mitgeklatscht, -gesungen und getanzt.
„Die Straße war überflutet“, erzählt Gitarrist Maxi Herr: „Wir waren begeistert und das Publikum auch“. Das 45-minütige Set von „Free Indeed“ entstammte einem breiten und vielfältigen Repertoire, von harten Rocksongs über mitreißende Worship-Lieder bis hin zu gefühlvollen Balladen. Damit bewegte sich die Band ganz im Sinne des Mottos des Gospelkirchentages: „Color the World“.
„Free Indeed“ trug so ein bisschen Farbe zur großen Palette des musikalischen Samstags in der Stuttgarter Innenstadt bei. Bis zur „Nacht der Chöre“ erklang überall in der Stadt Musik verschiedenster Gruppen. Den großen Abschluss des „European Gospel Festivals“ bildete ein Gottesdienst mit mehr als 5000 Musizierenden in der Porsche-Arena.
Das „European Gospel Festival“ war ein voller Erfolg – auch für die Band aus Dürrenmettstetten. Die Erfahrung lehrte sie, mit Herausforderungen umzugehen: ohne Soundcheck zu spielen, teilweise mit fremden Instrumenten klarzukommen, sich auf ein anderes Publikum einzulassen, das auch eine andere Interaktion braucht als beispielsweise Besucher eines Gottesdienstes.
Das sei durchaus anstrengend, sind sich die Musiker einig. Und sie sind dankbar für diese besondere Chance:. „Es hat richtig Spaß gemacht.“