Auf einem rund 3200 Quadratmeter großen Grundstück an der Werkstättenstraße in der Bahnstadt soll bis zum vierten Quartal 2027 ein neuer Bürokomplex mit einer Nutzfläche von gut 4300 Quadratmetern entstehen, in dem in Zukunft das Unternehmen Deutsche Funkturm seinen Hauptsitz haben wird und zu dem in dieser Woche der Grundstein gelegt worden ist.

Es handelt sich dabei ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Leverkusener Akteure. Das Land gehörte zunächst der Stadt, als Bauherr tritt die W42 Gmbh auf, die Planer kommen vom Büro Rotterdam Dakowski, und die ersten Mieter stehen mit der Deutsche Funkturm ebenfalls bereits fest. Die ehemalige Tochter der Telekom verlegt somit seinen Hauptstandort nach Leverkusen.

Für Geschäftsführer Bruno Jacobfeuerborn ist der Schritt aus Münster nach Opladen der richtige und ein wichtiger. „Mit dem neuen Headquarter schaffen wir die räumlichen Grundlagen für unser weiteres Wachstum.“ Und er ist sicher: „Der Motor für die digitale Infrastruktur sitzt im Rheinland.“

Bei der Grundsteinlegung am Mittwoch war ihm der Stolz anzumerken. Vor drei Jahren hat sich das Unternehmen emanzipiert. Seitdem hat es sich vergrößert und nun eine neue Heimat. In Leverkusen haben 300 Beschäftigte Platz. Dazu entstehen 50 neue Arbeitsplätze. Der Standort in Münster wird nicht aufgegeben. 100 Personen verbleiben dort. Bereits seit 2024 bezieht die Firma überdies ein Büro in der Bahnstadt. „Das wird unser neues Zuhause“, betonte Jacobfeuerborn im Hinblick auf den Neubau.

Diese Aussage freut natürlich auch Leverkusens Stadtchef Stefan Hebbel. Schließlich füllt das Unternehmen die klammen Kassen im Rathaus zumindest etwas. „Dieses Neubauprojekt ist ein klares Stabdortbekenntnis für unsere Stadt“, sagte der Oberbürgermeister bei der Grundsteinlegung. Er bewertete den Bau als „sichtbares Zeichen, dass etwas Dauerhaftes entsteht“. Besonders heraus hob Hebbel die erlangte Klassifizierung des Gebäudes, das ein DGNB-Vorzertifikat in Gold erhielt. Das bedeutet, es ist herausragend nachhaltig. „Hier wird Zukunft nicht nur behauptet, sondern geplant“, sagte der OB.

Die Deutsche Funkturm-Gruppe betreibt rund 36.200 Antennenstandorte. Darunter fallen unter anderem der Colonius in Köln oder der Rheinturm in Düsseldorf. Die Antennen werden für Mobilfunk, Rundfunk und weitere Dienste verwendet. Das Unternehmen zählt 800 Mitarbeiter sowie Mitarbeiterinnen und erzielt laut eigenen Angaben einen Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro. Damit ist das Unternehmen eine der führenden „Tower Companies“ in Europa. Zukünftig will die Firma auch nach Osteuropa expandieren.

Bei der Grundsteinlegung mauerten unter anderem Hebbel, Jacobfeuernborn und Jacob Heyden als Geschäftsführer von W42 eine Zeitkapsel ein. Darin befand sich etwa die Baugenehmigung, die Pläne, die Gästeliste und eine aktuelle Lokalzeitung. Insgesamt umfasst das Gebäude mit der Anschrift Werkstättenstraße 42 vier oberirdische Geschosse und füllt damit das im Bauplan vorgesehene Baufenster vollständig aus.

Dabei springt das oberste Geschoss etwa 5,50 Meter nach Süden hin ab, wodurch eine Dachterrasse entsteht. Im Untergeschoss sind Lager- und Technikflächen sowie Duschbereiche vorgesehen. Zukünftig wird das Bürogebäude über 74 Pkw-Stellplätze verfügen. Von diesem sind 46 in einer eigens errichteten Tiefgarage untergebracht. Das Hauptdach des mit Flachdächern ausgestatteten Bauwerks wird „extensiv“ begrünt. Dazu wird es mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Bis zu diesem Punkt in der Planung sind bereits zwei Jahre vergangen.