Dicke schwarze Wolken hingen am Himmel. Dazwischen schien immer wieder die Sonne auf den Lhoist Sportpark in Wülfrath hinab. Von dem einen oder anderen Regenschauer ließen sich die Teilnehmer des 19. Schweinelaufs jedoch nicht den Spaß verderben. Über 700 Läuferinnen und Läufer, Walkerinnen und Walker waren gekommen, um bei den unterschiedlichen Läufen an den Start zu gehen.

Schon im Vorfeld hatten die Kinder des DRK-Kindergartens „Farbenfroh“ ihren eigenen Ferkellauf veranstaltet. „Das waren nochmal gut 80 Kinder“, freut sich Dieter Dersch vom Lionsclub Mettmann-Wülfrath. Alles in allem gingen also knapp 800 Teilnehmer jeden Alters auf die Strecke. Und das alles für einen guten Zweck. Denn durch die Sponsoren, die die Unkosten des Schweinelaufs trugen, liefen alle Teilnehmer für eine gute Sache.

Mit den Einnahmen werden Wülfrather Vereine unterstützt. Aber die Läufer laufen auch für sich selbst, so wie Leonhard Gärtner. „Ich wollte eine Herausforderung für mich haben“, erklärt er. Privat macht Leonhard nämlich überwiegend Kraftsport. „Ein bisschen Kardio“, verrät er. Am Schweinelauf nimmt er zum ersten Mal teil. Genauso wie sein Bruder Noel. Die Idee kam ihnen wegen des Vatertags. „Wir dachten, wir unterstützen unseren Vater“, verrät Leonhard. „Der macht nämlich jedes Jahr mit.“

Für Alexander Gärtner ist der Schweinelauf „bereits Tradition“, verrät er. Begonnen hat alles schon vor rund zehn Jahren. „Ich habe damit angefangen, Kardio zu laufen, habe mit dem Rauchen aufgehört“, erinnert er sich. Dann kam die erste Teilnahme an der 5,5-Kilometer-Strecke beim Schweinelauf.

„Ich wollte sehen, in welcher Geschwindigkeit ich die Strecke laufen kann“, sagt Alexander Gärtner. Jedes Jahr konnte er sich dann ein bisschen steigern. Auch die lange Strecke ist er schon mitgelaufen. „Aber da habe ich gemerkt, dass es nichts für mich ist, so lange Strecken zu laufen“, verrät er. Privat läuft er auch ab und zu mal und geht ins Fitnessstudio. „Aber es ist schöner, draußen zu laufen, als im Studio“, sagt er. „Das ist ein guter Ausgleich zur Arbeit.“

Leonhard und Noel haben sich auf den Schweinelauf vorbereitet. „Ich habe mehr auf Ausdauer trainiert“, erzählt Leonhard. Längere Einheiten auf dem Fahrrad gehörten dazu. „Ich habe auch versucht, eine kurze Strecke zu laufen, aber das war anstrengend“, gibt er zu. Nun hofft er, dass er gut vorbereitet ist. Motiviert ist er auf jeden Fall. Noel ist im Vorfeld laufen gegangen. „Das Laufen fällt mir nicht schwer“, freut er sich.

Jürgen, Yvonne, Sabrina, Beate und Marcus gehören einem privaten Lauftreff in Ratingen an – der „Konfetti-Bande“. „Bei uns kann jeder mitmachen“, sagt Beate. Am Schweinelauf nehmen auch immer Mitglieder der Konfetti-Bande teil. Und bei anderen Läufen sind sie ebenfalls zu finden. „Wir waren auch schon in Düsseldorf“, sagt Beate und Jürgen fügt hinzu: „Wir machen auch beim Neanderland Cup mit.“ Bei der Konfetti-Bande steht die Freude am gemeinsamen Laufen im Vordergrund, wie Yvonne erklärt: „Wir wollen nicht gewinnen, wir wollen Spaß haben.“

Jens Müller nimmt immer am Schweinelauf teil, wenn er es zeitlich einrichten kann. „Ich trainiere jede Woche“, verrät er und fügt hinzu: „Aber nicht mehr so viel wie früher.“ Auch ihm geht es um den Spaß. Für die verschiedenen Läufe waren die kühlen Temperaturen in jedem Fall von Vorteil. Vor allem das Team der Wülfrather Feuerwehr, das wieder in voller Einsatzmontur am 5,5-Kilometer-Lauf teilgenommen hat, dürfte froh gewesen sein, dass es nicht so heiß war. Immerhin trug jeder der Feuerwehrleute eine 13 Kilogramm schwere Ausrüstung über die gesamte Strecke. „Wir haben jedes Jahr wieder Leute, die bereit sind, mitzulaufen“, freut sich Feuerwehr-Pressesprecher Wolfgang Riedel. „Es ist ein guter Belastungstest.“

Weniger Belastung, aber viel Begeisterung war bei den Ferkelläufen zu spüren, bei denen die Nachwuchs-Schweineläufer mit viel Spaß ihre Stadion-Runden drehten. Bürgermeister Sebastian Schorn hat zum ersten Mal die Schirmherrschaft übernommen und betont: „Das ist eine tolle Veranstaltung. Sportlich, aber auch der karitative Aspekt. Eine tolle Sache, die hier bei uns stattfindet.“