Joschka Fischers Turnschuhe, Goethes Hutschachtel oder Rüstungen der Samurai: Das Offenbacher Ledermuseum verfügt über eine einzigartige Sammlung. Jetzt soll es saniert werden und kann dabei auf millionenschwere Unterstützung des Landes Hessen setzen.
Turnschuhe des Grünen-Politikers und ehemaligen Außenministers Joschka Fischer.
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00:40 Min.|Andrea Bonhagen
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Das Ledermuseum in Offenbach soll umfassend saniert und neu konzipiert werden – und bekommt eine millionenschwere Unterstützung vom Land Hessen.
Wie Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) am Freitag mitteilte, ist dafür eine Summe von bis zu elf Millionen Euro vorgesehen. „Wir wollen den Besucherinnen und Besuchern ein attraktives Museumserlebnis bieten“, sagte er laut Mitteilung. „Dazu gehört auch, dass ein Museum zeitgemäße Funktionsbereiche für moderne Museumsarbeit in allen Aufgabenbereichen hat.“
Bundesregierung sagt 20 Millionen zu
Die Bundesregierung hat bereits eine Förderung von bis zu 20 Millionen Euro zugesagt. Die Stadt Offenbach trägt die Verantwortung für die Umsetzung des Projekts mit einem Gesamtbudget von bis zu 31,5 Millionen Euro, sie übernimmt Baurisiken sowie mögliche Kostensteigerungen.
Einer entsprechenden Absichtserklärung zwischen dem Land und der Stadt Offenbach muss die Stadtverordnetenversammlung am 28. Mai noch zustimmen.
Hutschachtel von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), mit der er in seinen letzten Lebensjahren reiste; Hausschuhe von Ulrike von Levetzow, Goethes letzter (unerfüllter) Liebe.
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Ledermuseum wurde 1917 gegründet
Offenbach galt einst als „Lederstadt“: Sie war ein weltweit bedeutender Standort der Lederwarenindustrie. Das 1917 gegründete Museum hat über 30.000 Objekte zur Kulturgeschichte des Werkstoffs Leder gesammelt.
Zu den berühmtesten Exponaten zählen die Turnschuhe des Grünen-Politikers Joschka Fischer, die er 1985 bei seiner Vereidigung als Minister 1985 im hessischen Landtag trug – das galt damals als unerhört und sorgte für einen kleinen Skandal.
Vor den Bauarbeiten müssen die Objekte ausgelagert, gereinigt und digital erfasst werden. Das Museum plant eine letzte große Ausstellung von Juni 2026 bis Anfang 2027, danach folgt die Generalsanierung.