Am Sonntag reist Hertha BSC ein letztes Mal in dieser Spielzeit auswärts zu einem Gegner. Diesmal steht Arminia Bielefeld an, die um den Abstieg kämpfen. Für Trainer Stefan Leitl ist klar: „Es wird sehr emotional und intensiv in diesem Stadion“, wie er auf der Pressekonferenz am Freitagmittag sagte. Die Lage der Bielefelder ist interessant, eine Niederlage muss um jeden Preis verhindert werden. Das weiß Leitl auch: „Die Bielefelder brauchen unbedingt Punkte, um in dieser Liga zu bleiben.“

Dennoch wird Hertha auf Sieg spielen, es gibt noch die Möglichkeit, einen Rang hochzuklettern, wenn der SV Darmstadt gegen den SC Paderborn verliert. „Für uns ist es eine Einstellungssache, dort stabil zu bleiben. Wir wollen dieses Spiel gewinnen – und zwar ausschließlich für uns, um diese Saison bestmöglich abzuschließen“, setzt Leitl voraus. Das bestmögliche Szenario ist ein Auswärtssieg, auch den Fans zuliebe. Insgesamt werden 2800 Hertha-Anhänger erwartet.

Personell hat sich aber eine Herausforderung ergeben. Neben dem Langzeitverletzten Jay Brooks fehlen weiterhin Marton Dardai, Jeremy Dudziak, Boris Lum, Deyovaiso Zeefuik und Dawid Kownacki. Zudem muss Leitl auch auf Josip Brekalo und Marten Winkler verzichten, die beide gesperrt sind. Beim 2:1-Heimsieg gegen Greuther Fürth erhielt Brekalo die Rote Karte nach 30 gespielten Minuten, während Winkler seine fünfte Gelbe kassierte.

Winklers Wechselwunsch auch ein Thema

Letzter hat bei den Berliner Verantwortlichen einen Wechselwunsch hinterlegt, wie er dem kicker zuletzt sagte. Fussballdaten berichtete zuvor schon im großen Kaderumbruch-Check Anfang Mai. Leitl zeigt Verständnis bei Winkler: „Ich finde es gar nicht schlimm. Wenn sich Matte (Winklers Spitzname, d. Red.) bereit sieht, um den nächsten Schritt zu gehen, dann ist das okay.“ Winkler habe das getan, wofür der Hauptstadtklub stehe. „Wir wollen Spieler aus der eigenen Akademie ausbilden. Und wenn sie bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen, dann sind sie mit dem Verkauf auch ein wirtschaftlicher Faktor“, so der 48-Jähirge.

Das Arbeitspapier von Winkler, der die Bundesliga reizvoll findet, ist noch bis Sommer 2027 datiert. Deshalb wäre in der jetzt kommenden Transferphase eine Ablöse fällig – Geld, das Hertha nötig hat. Mehr Einnahmen könnten durch weitere Spielerverkäufe generiert werden. Vor allem die Personalie Kennet Eichhorn steht im Vordergrund, aber auch Fabian Reese und Tjark Ernst. Innenverteidiger Linus Gechter gilt ebenfalls als Verkaufskandidat.

Leitl betont: „Das Gros der Mannschaft ist erstmal hier und hat Vertrag. Es ist nicht so, dass sie alle weglaufen – um das auch mal klar festzustellen. Ich weiß, dass wir verkaufen wollen und vielleicht auch müssen – egal, in welcher Liga. Das ist nichts Neues für mich. Fakt ist, dass viele Spieler hier unter Vertrag stehen. Mit diesen Spielern planen wir. Dann geht es natürlich darum zu versuchen, auf den Positionen, die frei werden, Qualität dazuzugewinnen. Das wird die Aufgabe über den Sommer hinweg sein.