Auch wenn Chinas Staats- und Parteichef Xi Jingping nun Rosensamen an US-Präsident Donald Trump schicken will, weil der den selten zugänglichen Garten des Regierungssitz Zhongnanhai gelobt hat, sollte sich niemand etwas vormachen: Die beiden Supermächte werden sicher nicht dauerhaft friedlich nebeneinander gedeihen. Zu groß ist die Rivalität, zu groß sind die Interessenunterschiede. Blütenhelle Inszenierung, dahinter die graue Machtpolitik.
Besser bestellt – das kann man nach dem Gipfeltreffen sagen – hat ganz sicher Xi seine Machtpflanzungen. Klare Ansage in Sachen Taiwan, keine Zugeständnisse für Trump in Sachen Iran. Und dazu die Aura eines Herrschers, der einen langen Plan hat.
Während der US-Präsident zunehmend getrieben wirkt, dabei die üblichen Deals lobt, aber in der Sache nicht weiterkommt, lässt Xi die Zeit für sich spielen. Je länger die USA und Russland (Putin schlägt auch bald in Peking auf) sich in Kriegen verstricken, desto mehr wächst Chinas Macht. Die der USA welkt. Auch das hat der Trump-Besuch gezeigt. Für den Westen und die Demokratie sind das schlechte Nachrichten.