Alexander Ende ist mit seinen Gedanken noch an einem ganz anderen Ort, als er am Freitag den neuen Pressekonferenzraum in der Stockumer Arena betritt. Hochkonzentriert tritt der Trainer von Zweitligist Fortuna durch die Tür, fast schon ein wenig abwesend – was ihm nach wenigen Sekunden aber selbst auffällt. „Sorry“, sagte er schnell und lacht. Innerhalb kürzester Zeit legt der 46-Jährige den Schalter allerdings um; mit einem Mal trägt er eine wohltuende Lockerheit vor sich her. Obwohl er genau weiß, wie groß der Druck vor dem Abstiegsfinale bei der SpVgg Greuther Fürth am Sonntag (15.30 Uhr) ist.

Fokus und Gelassenheit, aber auch Energie – es sind genau diese drei Attribute, die Ende an diesem Mittag verkörpert. Und sie passen zum Gefühl, das der Coach von sich selbst und seiner Mannschaft hat. „Die Stimmung ist konzentriert, es ist allerdings auch Freude mit dabei. Das ist ganz wichtig, denn Fußball muss immer Spaß machen“, betont er. „Wir sind mit dem nötigen Grip in die Woche gekommen, und trotzdem darf die nötige Lockerheit nicht auf der Strecke bleiben. Diese Mischung kann ich bei mir persönlich finden, und die habe ich auch bei den Jungs wahrgenommen. Das ist ein gutes Zeichen.“

Ende: „Es wird eine emotionale, hitzige Angelegenheit.“

An der Herangehensweise ändert das allerdings nichts. „Wir gehen in eine Partie, die wir am Ende des Tages gewinnen wollen. Das ist die Grundhaltung. Was wir dafür brauchen, haben wir in den vergangenen Wochen gezeigt: Wir müssen von der ersten Sekunde an da sein“, erzählt Ende. „Wir wissen, dass wir auf einen Gegner treffen, der vor heimischem Publikum auch ein Endspiel bestreitet. Es wird eine emotionale, hitzige Angelegenheit. Das kennen wir aber schon aus den vergangenen drei Duellen mit Dresden, Schalke und Elversberg.“

Ende: „Dann ist man auf dem richtigen Weg“

Und dann geht er im Detail auf zwei seiner Akteure ein – zunächst auf Marin Ljubicic, der den gelbgesperrten Cedric Itten wohl in der Sturmspitze ersetzen wird. „Seitdem ich in Düsseldorf bin, steht Marin immer auf dem Gaspedal. Natürlich trägt er auch südländisches Blut in sich und wird in Situationen, in denen nicht alles klappt, emotional. Aber Emotionalität ist in diesem Fall überhaupt nichts Schlechtes“, sagt der Trainer. „Außerdem ist er ein Offensivspieler, der erstmal ans Toreschießen denkt, wenn er morgens aufsteht. Wenn solche Jungs dann aber wie gegen Dresden oder Elversberg bereit sind, auch jeden Meter nach hinten zu machen, dann ist man auf dem richtigen Weg.“

Anschließend kommt Ende auch auf Satoshi Tanaka zu sprechen, der nach seinem vor dem Magdeburg-Spiel erlittenen Muskelfaserriss wieder fit ist. „Es gibt für ihn keine Minutenbegrenzung. ,Tana’ ist voll dabei, hat eine gute Trainingswoche hinter sich. Er könnte theoretisch starten. Aber wird er auch starten? Das entscheiden wir nach dem Abschlusstraining am Samstag“, sagt Ende, der im defensiven Mittelfeld aber auch weiter auf den stark verbesserten Tim Breithaupt setzen könnte. Vielleicht ist es genau diese Frage gewesen, über die der Coach vor der Pressekonferenz so intensiv nachgedacht hat.