Noel Futkeu

Stand: 15.05.2026 • 16:24 Uhr

Die SpVgg Greuther Fürth steht vor einem historischen Absturz: Nach fast 30 Jahren droht den Franken der Gang in die 3. Liga. Vor dem letzten Spieltag liegt das Kleeblatt auf einem direkten Abstiegsplatz – und braucht nun ein kleines Fußball-Wunder.

Wer folgt Preußen Münster in die 3. Liga? Seit 1997 – also seit fast 30 Jahren – spielt die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Liga oder Bundesliga. Nach dem 1:2 bei Hertha BSC belegen die Franken einen Spieltag vor Saisonende den 17. Tabellenplatz.

Trotz des katastrophalen Auftritts in Berlin glaubt die Mannschaft noch an ein Fußball-Wunder. Es wäre ja auch zu schade, wenn es im nächsten Jahr nicht zu einem Duell mit dem 1. FC Nürnberg kommt – auch Club-Trainer Miroslav Klose würde dies begrüßen: „Ich würde gerne nächstes Jahr wieder zwei Derbys spielen.“

Fürth mit schlechter Ausgangslage – Wie hält das Kleeblatt die Klasse?

Doch wie könnte ein 277. und 278. Frankenderby auch nächste Saison stattfinden? Wie hält Fürth noch die Klasse? Die SpVgg geht mit 34 Punkten als Vorletzter in das Saisonfinale am kommenden Sonntag (ab 15.30 Uhr in der Livereportage) im Ronhof gegen den Abstiegskonkurrenten und Tabellen-15. Fortuna Düsseldorf (37). Arminia Bielefeld auf dem Relegationsplatz 16 hat 36 Zähler, auch Eintracht Braunschweig (37) zittert noch.

Die Franken stehen unter Zugzwang und müssen ihr Spiel gewinnen. Aber selbst dann ist der Relegationsplatz bzw. ein Nichtabstiegsplatz nicht sicher. Holt Bielefeld gegen Hertha einen Punkt, hätte die Arminia auch 37 Punkte – wegen des desolaten Torverhältnisses von Fürth wäre Bielefeld damit aber weiter vorne. Fürth ist also auf Schützenhilfe der Berliner angewiesen.

Ex-Fürth-Trainer Leitl gibt Versprechen

Herthas Trainer Stefan Leitl war von 2019 bis 2022 Coach des Kleeblatts. Für Berlin geht es am letzten Spieltag sportlich um nichts mehr. Leitl verspricht aber: „Wir werden definitiv das bestmögliche Team auch aufs Feld bringen, um auch klar zu dokumentieren, dass diese Saison für uns nicht zu Ende ist.“ Und er ermutigt seinen Ex-Verein: „Als ich in Fürth-Trainer war, hatten wir auch mal ein Endspiel gegen Düsseldorf, das haben wir damals gezogen, erinnert euch daran zurück.“ 2021 gewannen die Franken am letzten Spieltag gegen die Fortuna und stiegen in die Bundesliga auf.

„Do-or-die“-Spiel im Ronhof – zuvor Buhrufe der Fans

Das Kapitel Bundesliga ging schnell zu Ende, jetzt droht auch das Aus in der 2. Liga. Fürth setzt beim „Do-or-die“-Spiel auch auf die Fans im Ronhof: „Jeder Punkt, jeder Zweikampf, jeder Fan und jede Anfeuerung zählt!“, steht auf der Vereins-Homepage. Ob die Fans nach dem abstiegsreifen Auftritt in Berlin mit ihrer Mannschaft wieder versöhnt sind? Fürth verlor trotz Überzahl 1:2, das Team wirkte platt. Von 27 Abschlüssen landete nur ein Kopfball von Torjäger Noel Futkeu zum 1:2 im Hertha-Tor (88. Minute). Dafür musste es sich nach Abpfiff beim Gang in die Kurve zu den mitgereisten Anhängern Beschimpfungen und Buhrufe anhören.

„Fakt ist: Wir müssen jetzt gewinnen. Das ist jetzt eine sehr große Aufgabe für uns“, sagte Futkeu nach dem Spiel. Mindestens ein 3:0 muss es sein und wenn dann noch Braunschweig sein Spiel beim Aufsteiger Schalke mit 0:3 verliert, wäre sogar ein Nichtabstiegsplatz drin… Vielleicht trägt ja Futkeu, mit 18 Treffern Toptorjäger der 2. Liga in seinem letzten Spiel im Fürther Dress zum Fürther Fußball-Wunder bei.

Quelle: Blickpunkt Sport
10.05.2026 – 19:45 Uhr

Bayerischer Rundfunk