Normalerweise bringt man sich die Andenken ja aus dem Urlaub mit nach Hause. Bei Miriam Konjer und ihrem Freund war es dieses Mal etwas anders. Bevor die beiden aus Bielefeld in den Frankreich-Urlaub aufbrachen, wunderten sie sich schon über das Ei auf dem Balkon, ließen es aber erstmal in Ruhe.

Überraschungsei der anderen Art

Als sie wiederkamen dann die Überraschung, zum Ei gehört eine Gans und die wohnt jetzt erstmal auf dem Balkon. Die Gans Franzi, wie Miriam Konjer sie getauft hat, ist nun fester Bestandteil ihres Alltags. „Mittlerweile ist das so ein Ritual geworden, dass ich, wenn ich Nachhause komme, erstmal schaue, wie es der Gans geht und natürlich, ob die Eier schon geschlüpft sind.“

Keine Überlebenschance bei Sturz

Dass Enten und Gänse sich immer wieder hochgelegene Brutplätze suchten, sei nichts ungewöhnliches, sagt Regina Bocklet von der Wildvogelstation des Bielefelder Tierheims. „Eigentlich brüten die ja auf der Erde, aber wenn sie auf Dächern brüten, dann sind sie erstmal vor vielen Raubtieren geschützt“.

Für das Brüten also keine schlechte Idee, das Problem kommt nach dem Schlüpfen. Bei einem Sturz aus ein paar Metern Höhe auf eine Wiese haben Gänseküken gute Überlebenschancen. Der Balkon von Miriam Konjer befindet sich allerdings in über 30 Metern Höhe – ein Sturz wäre für die Küken nicht zu überleben.

Rettung erst nach dem Schlüpfen

„Wir sammeln die Küken ein, gehen mit denen runter auf die Wiese. Wir haben die dann in einem Karton, rufen die Eltern und die kommen dann auch in der Regel. Bei Gänsen kümmern sich dann auch beide Elternteile.“
Regina Bocklet, Wildvogelstation Bielefeld

Ein Fall für Fachleute

Wenn Gänse sich auf dem eigenen Dach, der Garage oder eben auf dem Balkon einnisten, sollte man sich als Laie schnell Hilfe holen. Regina Bocklet von der Wildvogelstation Bielefeld empfiehlt in diesem Fall erstmal die Feuerwehr, eine Wildtierstation oder den Naturschutzbund anzurufen.