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HolidayCheck, eine Reiseplattform, behauptet, die hässlichsten Großstädte der Welt ermittelt zu haben. Berlin steht auf Platz 5. Angeblich ist Berlin hässlicher als Kairo (Platz 6), als Guatemala-Stadt (8) und sogar als Nigerias Metropole Lagos (10). Ich sollte mal eine Reportage aus Lagos schreiben. Lagos ist für Weiße leider gefährlich, es wäre nur mit Blackfacing gegangen.
Berlin, mit den Seen, den Parks, den schönen Kiezen – klar, trotzdem ist’s nicht Venedig. Aber eine der hässlichsten Städte der Welt? Ich fand das doof.
Aber dann dachte ich: Berlin ist wie ein Mensch, der an sich hübsch sein könnte, aber seit Jahren in den gleichen Klamotten rumläuft, seit Monaten nicht geduscht hat, immer schlechte Laune hat und null Ehrgeiz besitzt. Endlich sagt’s ihm mal einer!
„Hässlich“ ist das falsche Wort. „Abgefuckt“ trifft es besser.
Als ich nach Berlin zog, gab es da drei Flughäfen. Dann schlossen sie zwei und bauten für 10 Quadrillionen einen riesigen neuen Airport. Im Ergebnis gibt es jetzt weniger Flugverbindungen als früher. Wenn das nicht abgefuckt ist, was dann?
Als einziger Staat ist Deutschland sogar zweimal in der Top Ten der unschönen Orte vertreten. Zur hässlichsten Stadt der Welt aber wurde Gelsenkirchen gekürt. Das ist nun wirklich verdammt ungerecht. Ich kenne Gelsenkirchen. Ich war aber auch schon in Ludwigshafen.
Herzlich
Harald Martenstein
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