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Beirut/Tel Aviv/Washington – Die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon wird um 45 Tage verlängert. Das gab US-Außenministeriumssprecher Tommy Pigott auf X bekannt. Vertreter Israels und des Libanon hatten am 14. und 15. Mai in den USA an „hochproduktiven Gesprächen“ teilgenommen. Die am 16. April vereinbarte Feuerpause wird verlängert, „um weitere Fortschritte zu ermöglichen“. Ziel sei eine gegenseitige Anerkennung der Souveränität und territorialen Integrität sowie mehr Sicherheit entlang der gemeinsamen Grenze.
Die USA möchten die Verhandlungen ausbauen: Der politische Gesprächskanal soll am 2. und 3. Juni erneut zusammentreten. Zusätzlich wird am 29. Mai im Pentagon erstmals ein eigener Sicherheitsdialog mit Militärdelegationen aus Israel und dem Libanon gestartet. Die Verlängerung wurde an diesem Freitag nach einer dritten Gesprächsrunde in Washington bekannt gegeben. Die bisherige Feuerpause wäre am Sonntag (17. Mai) abgelaufen.
Waffenruhe wird täglich gebrochen
Libanon und Israel hatten sich Mitte April erstmals auf eine Waffenruhe geeinigt. Der gegenseitige Beschuss zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah wurde jedoch von beiden Seiten fortgesetzt. Das israelische Militär hat auch weiterhin Truppen im Südlibanon stationiert. Dort kommt es immer noch zu direkten Kämpfen mit der Hisbollah. Insbesondere im Südlibanon greift das israelische Militär täglich weiter auch aus der Luft an. Gleichzeitig gibt es im Norden von Israel täglich Luftalarm aufgrund von Angriffen der Hisbollah.

Täglich kommt es zu Angriffen zwischen der Terrormiliz Hisbollah und Israel
Foto: REUTERS
Israel will Hisbollah entwaffnen
Israel strebt dabei langfristig einen Friedensprozess mit dem Libanon an. Nach israelischen Vorstellungen soll dabei vor allem die dauerhafte Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz durchgesetzt werden. Die Regierung in Jerusalem betrachtet die schwer bewaffnete Schiitenorganisation als größte Bedrohung an Israels Nordgrenze. Die libanesische Regierung pocht dagegen zunächst vor allem auf Deeskalation und eine stabile Waffenruhe. Beirut fordert ein Ende der gegenseitigen Angriffe, einen Rückzug israelischer Truppen aus umstrittenen Grenzgebieten sowie langfristige Sicherheitsgarantien für den Süden des Landes.