
AUDIO: Nachrichten aus dem Studio Kiel 16:30 Uhr – 15.05.2026 (2 Min)
Stand: 15.05.2026 18:33 Uhr
Die Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung Oppendorf wollen ihren Postboten nicht verlieren. Der soll versetzt werden – dagegen wehren sich Anwohnende in Kiel mit einer Solidaritätsaktion.
Christoph Friedemann verteilt seit zehn Jahren Päckchen, Pakete und Briefe in der Siedlung Oppendorf in Kiel. Dann heißt es plötzlich, er könne versetzt werden – das wollen die Anwohner aber nicht hinnehmen. Deshalb stellen sie sich hinter ihren Zusteller und haben die Aktion „Christoph bleibt“ ins Leben gerufen.
„Die Seele Oppendorfs“: Instagram-Account für Postboten
Die Gemeinde hat dafür einen eigenen Instagram-Account mit über 100 Followern angelegt. Dort haben sie unter anderem in einem Videoclip zusammengestellt, wieso Christoph so wichtig als Postbote für die Gemeinde ist. Was außerdem nicht fehlen darf: ein mit KI generierter Song. „Er ist die Seele Oppendorfs“, heißt es von einer Teilnehmerin der Aktion.
Viele Oppendorfer beschreiben ihren Postboten in dem Clip als „sympathisch“ und „nett“ außerdem könne man sich stets auf ihn verlassen. Auch um die Älteren kümmere er sich und hat „mal ein paar nette Worte übrig“, heißt es dort von einer der Teilnehmenden.
Das sagt die Deutsche Post
Laut einer Sprecherin der Deutsche Post AG machen sinkende Brief- und steigende Paketmengen erforderlich, dass Zusteller flexibler eingesetzt werden müssen – die Post nehme aber bei den Planungen Rücksicht auf „soziale Gesichtspunkte“ und gehe mit den Mitarbeitenden ins Gespräch.
Die Petition aus Kiel-Oppendorf bezeichnet das Unternehmen zugleich als großes Kompliment für den betroffenen Zusteller und alle Mitarbeitenden in der Zustellung. Zum Fall des Oppendorfer Postboten äußerte sich das Unternehmen nicht weiter.
Zuerst hatten die Kieler Nachrichten berichtet.

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