Es wird das größte Spiel in der 119-jährigen Vereinsgeschichte der SV Elversberg. Schafft die SVE an diesem Sonntag den Sprung in die Fußball-Bundesliga? Wenn die Elversberger am letzten Spieltag der 2. Bundesliga (15.30 Uhr) ihr Heimspiel gegen den SC Preußen Münster gewinnen, steigen sie auf. Es wäre eine Geschichte, die es so noch nicht gab. RB Leipzig und die TSG Hoffenheim haben den Sprung aus der Regionalliga ins Fußball-Oberhaus mit großen finanziellen Mitteln geschafft. Der SC Paderborn und der 1. FC Heidenheim haben mit einer ähnlichen Vereinsstruktur wie Elversberg länger gebraucht, bis sie in die Bundesliga kamen. Und das Saarland wäre das erste Mal seit 33 Jahren wieder in der höchsten deutschen Liga vertreten.

SVE-Trainer Vincent Wagner war vor einem Jahr noch Regionalliga-Trainer bei der TSG Hoffenheim II. „Ja, mathematisch gesehen ist es vielleicht das größte Spiel in meinem Leben, aber es bleibt ein Fußballspiel“, sagt Wagner. Mit Münster kommt am Sonntag der abgestiegene Tabellenletzte in die Ursapharm-Arena nach Elversberg. Hannover 96 und der SC Paderborn sind punktgleich mit Elversberg, das wegen der deutlich besseren Tordifferenz auf Platz zwei der Tabelle steht. Bei einer Niederlage oder einem Unentschieden wäre auch noch die Relegation möglich – vielleicht sogar gegen den letztjährigen Relegationsgegner Heidenheim.

Conté nach wochenlanger Verletzungspause wieder am Start

„Ja, das wird ein spannendes Spiel am Sonntag“, sagt SVE-Spielmacher Bambasé Conté und lacht. Der 22-Jährige ist nach wochenlanger Verletzungspause wieder am Start, aber erst seit zwei Wochen wieder voll im Training. Er ist einer der besten Spielmacher der 2. Liga. Und er wurde in Alt-Saarbrücken im Saarland geboren. Schießt ein Saarländer das Saarland nach 33 Jahren wieder ganz nach oben? „Ich würde mir ein Spiel von Beginn an zutrauen, aber das entscheidet der Trainer“, sagt Conté. Wenn er auf dem Platz steht, spielt Elversberg anders. Conté zieht aufgrund seines starken Dribblings mehrere Spieler auf sich, wodurch Räume für andere Spieler offen werden. „Ja, dann werden wir mal sehen, ob Bamba von Beginn an spielt“, sagte Vincent Wagner und gab keine Details zur Aufstellung preis.

Bislang spielte Immanuel Pherai auf der Zehner-Position und dirigierte das SVE-Spiel. Für die bis Saisonende verpflichtete Winter-Leihgabe des Hamburger SV wird Elversberg wohl die Kaufoption ziehen. Conté und Pherai gemeinsam auf dem Platz gab es bislang erst wenige Minuten auf dem Platz – aber dann hat es richtig gebrannt. Wenn überhaupt, kann die SVE Conté wohl nur weiter ausleihen, wenn der Sprung in die erste Liga geschafft wird.

„Wir haben einen Plan“

Und jetzt kommt der Tabellenletzte und Absteiger, der sich nach dem letzten Spieltag auch noch von Trainer Alois Schwartz trennen wird. Kommen die Preußen nur zum Spaß nach Elversberg, oder spielen sie plötzlich befreit auf, da es um nichts mehr geht? „Ich weiß es auch nicht, und deshalb müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Ich habe mir sehr viele Spiele von Münster angesehen, und wir haben einen Plan“, sagt Vincent Wagner.

Es könnte so etwas wie ein Spiel mit Pokalspiel-Charakter werden. Entscheidet die SVE das Spiel früh in der ersten Halbzeit, wird das Wunder wahr. Ohne Tore kann es in der zweiten Halbzeit spannend werden. „Das sind doch die Spiele, die wir alle wollen. Das ist unser Endspiel, und wir werden da sein“, sagt Kapitän Lukas Pinckert.

Vincent Wagner bleibt im Tagesgeschäft. „Wir wissen, was da kommt. Münster hat in Hannover 3:3 gespielt und auch zu Hause gegen Darmstadt gepunktet“, sagt der 40-jährige Trainer.

Elversberg wäre im Aufstiegsfall das kleinste Dorf in der Bundesliga-Geschichte. „Am Ende des Tages ist es egal, ob du das kleinste Dorf bist oder ein Big-City-Club. Wir haben eine tolle Mannschaft und können relativ gut Fußball spielen“, meint Wagner vor dem großen Showdown an der Kaiserlinde.