Trotz Bundesliga-Konkurrenz

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Nur kurz nach seinem 18. Geburtstag dürfte Hertha-Talent Yunus Ünal bald nachträglich mit einem Profivertrag beschenkt werden, allerdings nicht in Berlin. Nach Informationen von Transfermarkt verdichten sich die Anzeichen, dass der Flügelspieler die Alte Dame am Saisonende ablösefrei verlässt – aller Voraussicht nach zu einem aktuellen Zweitliga-Konkurrenten. Vieles deutet auf einen Wechsel zu Aufstiegsaspirant Hannover 96 hin.
Gerücht
Trotz des Interesses klangvoller Bundesliga-Namen glauben die Roten, die richtigen Argumente gefunden zu haben. Ünal war jüngst in Hannover, um sich die Gegebenheiten vor Ort anzuschauen und Gespräche mit den 96-Verantwortlichen zu führen, die überzeugt haben sollen. Bei den Niedersachsen scheint Ünal die richtige Perspektive für den nächsten Karriereschritt zu sehen, die er in Berlin nicht mehr sah.
Bei Hertha wurden lange Zeit große Stücke auf Ünal gehalten, der in dieser Saison vermehrt von links hinten nach vorne rückte und seine Torgefahr unter Beweis stellte. Nach drei Treffern für die U19 in den ersten vier Spielen wurde Ünal in die Reserve hochgezogen, wo er gleich in seinen ersten drei Regionalliga-Einsätzen ebenfalls jeweils einnetzte. So wurde er im September von Trainer Stefan Leitl mit einem Testspiel bei den Profis belohnt. Auch gegen Hertha Zehlendorf (6:2) traf Ünal und erntete nach dem Spiel nicht nur lobende Worte von Leitl, sondern auch die Aussicht, schon bald in der 2. Bundesliga auflaufen zu dürfen – dazu kam es allerdings nicht.
Zwar kam Ünal im Oktober noch einmal in einem Testspiel gegen den VfL Wolfsburg (2:0) zum Einsatz, doch nachdem erste Verhandlungen über einen Profivertrag bei Hertha erfolglos blieben – die „Bild“-Zeitung sprach damals von einem Mini-Angebot –, blieben Profitraining und U23-Einsätze fortan aus. Ünal musste sich wieder mit der U19 begnügen, wo seine Leistungsexplosion aufgrund der verzwickten Situation ohne Zukunftsperspektive wenig überraschend ausgebremst wurde. Waren es bis zum Jahreswechsel noch sieben Treffer und drei Vorlagen in elf Partien der U19-Nachwuchsliga, blieb es seitdem bei zwei Toren in acht Einsätzen. In den vergangenen drei Spielen wurde Ünal gar nicht mehr eingesetzt.
Hertha-Talent Ünal passt ins Titz-System bei Hannover 96
In Hannover passt das Talent als linker Schienenspieler bestens ins 3-4-3-System von 96-Trainer Christian Titz und kann sowohl den etwas defensiveren Part als auch die offensivere Position bekleiden. Zudem dürfte die Aussicht auf Profieinsätze deutlich höher sein als bei den ebenfalls interessierten Bundesliga-Größen, zumal sich bei den Hannoveranern noch Veränderungen anbahnen. Brooklyn Ezeh (24) wird die 96er verlassen, sein Vertrag verlängert sich jedoch bei einem Aufstieg. Vor dem letzten Spieltag liegen die Niedersachsen punktgleich mit der SV Elversberg und dem SC Paderborn auf Relegationsrang drei.
Das linke Mittelfeld wird hauptsächlich von Maurice Neubauer (30) und Kolja Oudenne (24) beackert. William Kokolo (25) dürfte sich hingegen mehr als nur 283 Einsatzminuten erhofft haben, Zukunft nach nur einem Jahr offen. Gebunden ist das Trio aber noch langfristig bis 2028. Weiter vorn sieht das anders aus. Neben Husseyn Chakroun (21), der nach einer Operation an der Schulter noch mindestens bis in die Sommervorbereitung ausfallen dürfte, agieren auf der Linksaußen-Position mit Elias Saad (26, Augsburg) und Noah Weißhaupt (24, Freiburg) zwei Leihgaben. Während die 96er für Saad keine Kaufoption besitzen, wusste Weißhaupt nicht zu überzeugen. So mussten in den vergangenen Wochen etwa Mustapha Bundu (29), Waniss Taïbi (24) oder Daisuke Yokota (25) aushelfen. Die Zukunft von Leihrückkehrer Jannik Rochelt (27, Bielefeld) steht zudem ebenfalls in den Sternen.
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