Humor trifft Hochkultur: Zu Beginn der Dresdner Musikfestspiele mischt Lokalmatador und Comedian Olaf Schubert das Publikum auf. Einen Monat lang dreht sich alles um die «Leichtigkeit des Seins».

Für einen Monat geben in Dresden wieder die Musikfestspiele den Ton an. Dabei setzt eines der bekanntesten Klassikfestivals in Europa auch in diesem Jahr bei Weitem nicht nur auf die «Ernste Musik». Auch die Sparten Pop, Jazz, Tanz, Theater und Weltmusik sind präsent. Das Programm weist bis zum 14. Juni 64 Konzerte und Veranstaltungen auf. Als Motto haben Intendant Jan Vogler und sein Team die «Leichtigkeit des Seins» gewählt.

Momente der Leichtigkeit in schwierigen Zeiten gefragt

«Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, Momente der Leichtigkeit zu finden – die Musik kann hier viel positive Energie geben», begründete der international erfolgreiche Cellist und Intendant das Motto. Er freue sich darauf, in den kommenden vier Wochen mit seinen Kollegen, Partnern und dem Publikum die Leichtigkeit des Seins in allen Facetten im Konzertsaal zu entdecken.

Dresdner Philharmonie bestreitet Auftaktkonzert mit Olaf Schubert

Nach dem inoffiziellen Auftakt am Donnerstag mit einer Aufführung von Richard Wagners «Götterdämmerung» auf Instrumenten aus der Entstehungszeit des Werkes ging es zum Eröffnungskonzert am Freitagabend humorvoll zur Sache. Mit Olaf Schubert betrat ein Comedian die Bühne, der mit seinem Wortwitz und launischen Sprüchen etwa zur zeitgenössischen Musik Lachsalven auslöste. Auch mit einer Gesangseinlage und am Dirigentenpult wusste er zu überzeugen.

Standing Ovations für Tabita Berglund und die Philharmonie

Die Philharmonie spielte unter der Leitung von Tabita Berglund mit der «Oberon»-Ouvertüre und Modest Mussorgskis «Bilder einer Ausstellung» wahre Klassik-Hits und wurde dafür mit Standing Ovations und viel Beifall bedacht. Die Norwegerin trägt bei der Dresdner Philharmonie den Titel Erste Gastdirigentin und ist auf dem Weg zum Publikumsliebling in der Elbestadt. Auch Intendant Jan Vogler griff in das Geschehen ein und erhielt für den Solopart beim Cello-Konzert von Henri Dutilleux viel Beifall.

«Cellomania» vereint 40 Cellisten aus aller Welt

Als «Festival im Festival» bietet Dresden zum dritten Mal die «Cellomania», bei der vier Wochen lang etwa 40 Cellisten aus aller Welt in 17 Konzerten zu erleben sind. Das London Philharmonic Orchestra unter Leitung von Edward Gardner hat bei den Festspielen eine Residenz und wird an zwei Abenden Werke von Edward Elgar vorstellen. Mit dabei sind als Solisten auch die britische Geigerin Nicola Benedetti und Vogler mit seinem Cello.

Frisches Konzept für Mitmach-Konzert «Dresden singt»

Ein neues Konzept gibt es für das traditionelle Format «Dresden singt». Erstmals verzichtet man bei dem Mitmach-Konzert auf Chöre und lässt stattdessen die Dresdner Band Manina am 30. Mai auf dem Schlossplatz auftreten. Dann kann das Publikum vor allem Popsongs mitsingen oder dazu tanzen. Schon zuvor sind Laienmusiker und Bands aufgerufen bei der «Klingenden Stadt» auf Bühnen in der Innenstadt eine Kostprobe ihres Könnens abzugeben.

Die Dresdner Musikfestspiele wurden 1978 gegründet und konnten schon vor dem Fall der Mauer mit Stars aus dem Westen aufwarten. Mit der Intendanz von Jan Vogler haben sie sich zu einem der führenden Festivals in Europa entwickelt. Jedes Jahr kommen etwa 60.000 Besucher zu den Konzerten, von denen auch in diesem Jahr viele bereits im Vorfeld ausverkauft waren.

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