Ein Bauarbeiter nimmt auf einer Baustelle einen Balken entgegen. (Symbolfoto)

AUDIO: Hamburger Reaktionen zu Ifo-Bauklimaindex (1 Min)

Stand: 15.05.2026 14:44 Uhr

Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich im April massiv verschlechtert. Das ergibt sich aus dem Geschäftsklima-Index des Münchner IFO-Instituts für Wirtschaftsforschung. In Hamburg sieht die Lage etwas besser aus.

Die Erwartungen der Wohnungsbauer fallen so stark ab, wie seit vier Jahren nicht mehr. Die Stimmung rutscht auf der Skala von minus 19 auf minus 28 Punkte ab. Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen, erklärt: „Die geopolitische Unsicherheit belastet auch den Wohnungsbau in Deutschland“. Gleichzeitig wird der Bau mit steigenden Zinsen konfrontiert, der Inflation seit dem Iran-Krieg und wackligen Lieferketten.

Einschränkungen bei der Materialversorgung

Die Sorgen über Probleme bei der Versorgung mit wichtigen Vorprodukten nehmen zu: Im April berichteten 9,2 Prozent der Unternehmen von Einschränkungen bei der Materialversorgung. Zuvor hatte der Wert über Jahre nur bei einem Prozent gelegen. 44 Prozent der Unternehmen klagen über zu wenig Aufträge.

Laut Stadtentwicklungsbehörde mehr Baugenehmigungen

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen in Hamburg bestätigt das. Direktor Andreas Breitner sagt: „Die Untersuchung deckt sich mit unseren Empfindungen. Die Krise wird zum Regelfall. Wir halten mit Hamburg-Standard, Bündnissen für bezahlbares Wohnen und dem Bau-Turbo dagegen.“ Wie NDR 90,3 aus der Stadtentwicklungsbehörde erfuhr, läuft es in Hamburg besser als im Bund. In den ersten vier Monaten gab es mehr Baugenehmigungen als im Vorjahreszeitraum. Besonders gut entwickelte sich der Bezirk Eimsbüttel. Er zählte im ersten Quartal bereits 669 Baugenehmigungen, das entspricht zwei Drittel des Jahreszielwerts von 1.050 Baugenehmigungen.

Ein Bauarbeiter schaut sich einen Bauplan auf einer Baustelle an.

In diesem Jahr sollen mehr Neubauprojekte realisiert werden als zuletzt – auch dank der vereinfachten Regeln.

Die Sagazentrale in Hamburg-Nord

Direkt am U-Bahnhof Merkenstraße lebt man derzeit günstig in Wohnungen aus den 50er-Jahren. Die SAGA plant statt Modernisierung nun Abriss und Neubau.

Frau schaut auf einen Brief und tippt auf ihr Mobiltelefon.

Eine Untersuchung zeigt: 88 Bewerbungen gibt es im Durchschnitt für eine freie Genossenschaftswohnung in Hamburg. Besonders beliebt sind Kleinwohnungen.

Ein leerstehender Büroraum.

Zuletzt standen in Hamburg rund sechs Prozent der Büroflächen leer. SPD und Grüne suchen Wege, dort mehr Wohnungen unterzubringen.