Wer in Halle auf Barrierefreiheit angewiesen ist und im Ratshof in Halle (Saale) behördliche Angelegenheiten erledigen muss, sieht sich derzeit mit massiven Hindernissen konfrontiert. Der zentrale Fahrstuhl im vorderen Bereich des Gebäudes ist bereits seit dem 24. August 2024 außer Betrieb. Was zunächst wie ein technischer Defekt wirkte, entwickelte sich über die vergangenen zwei Jahre zu einer Geduldsprobe für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Eltern mit Kinderwagen und Senioren.
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Langwierige Entscheidungswege bremsen Fortschritt
Hinter der langen Ausfallzeit steckt ein bürokratischer Entscheidungsprozess, der die Betroffenen seit Monaten vertröstet. Nach Informationen von dubisthalle.de wurde zunächst über einen langen Zeitraum intern beraten, ob eine Reparatur der alten Technik überhaupt noch möglich oder wirtschaftlich vertretbar sei. Letztlich fiel die Entscheidung zugunsten eines kompletten Neubaus. Obwohl der Stadtrat bereits im August des vergangenen Jahres den entsprechenden Beschluss fasste, blieben die Türen des Aufzugs im Eingangsbereich bis heute verriegelt.
Die entwürdigende Alternative am Hintereingang
Die aktuelle Übergangslösung sorgt bei den Betroffenen für Unmut und Unverständnis. Wer den Ratshof barrierefrei betreten will, wird auf den Lastenaufzug im hinteren Bereich des Gebäudes verwiesen. Diese Situation wird von vielen als entwürdigend empfunden, da die Nutzer zwischen Warenlieferungen und Entsorgungslogistik am Hintereingang rangieren müssen. Hinzu kommt, dass der Lastenaufzug als Arbeitsmittel der Verwaltung oft belegt ist und nicht sofort zur Verfügung steht, was zu zusätzlichen Wartezeiten in einer wenig einladenden Umgebung führt.
Hoffnung auf das vierte Quartal
Nun scheint jedoch endlich ein Ende der Misere in Sicht zu sein. Die Stadtverwaltung teilte gegenüber dubisthalle.de mit, dass der Auftrag für den Neubau in der vergangenen Woche an eine Aufzugsfirma vergeben wurde. Der Einbau der neuen Anlage soll planmäßig noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, wobei das vierte Quartal als Zielmarke für die Inbetriebnahme genannt wird. Sobald der vordere Lift wieder reibungslos funktioniert, soll in einem zweiten Schritt auch der Lastenaufzug im hinteren Bereich modernisiert werden.
Hohe Investitionen für barrierefreien Zugang
Rund 500.000 Euro sind für die Erneuerung der beiden Aufzugsanlagen veranschlagt. Für die Bürgerinnen und Bürger bleibt zu hoffen, dass die Arbeiten nun ohne weitere Verzögerungen voranschreiten, damit der Ratshof bald wieder ein Ort ist, der allen Menschen ohne diskriminierende Umwege offensteht.
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