Überraschung

Das ist das gefährlichste Tier Deutschlands

  • Dorothea Meadows

Aktualisiert am 16.05.2026 – 04:05 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Monate Mai und Juni sind die sogenannte "Schwarmzeit" für Bienen.Vergrößern des Bildes

Bienen: Die Tiere verursachen hierzulande zusammen mit Wespen die meisten Todesfälle. (Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

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Wenn ein Wolf, ein Bär oder ein Kampfhund für Schlagzeilen sorgen, werden wir hellhörig. Das für uns gefährlichste Tier Deutschlands ist aber ein anderes.

Ein Wolf in der Einkaufspassage, eine Bärenbegegnung in den Bergen – es gibt zahlreiche wilde Tiere in Deutschland. Doch dass die größeren unter ihnen Menschen angreifen oder tödlich verletzen, ist hierzulande sehr selten. Kommt es dennoch zu einer Begegnung oder einem Angriff, schlägt das in den Medien oftmals große Wellen. Dabei sind in Wirklichkeit viel kleinere Tiere die größte Gefahr für uns.

Was ist das gefährlichste Tier Deutschlands? t-online hat beim Zoologen Mario Ludwig nachgefragt.

Wespen und Bienen sind die gefährlichsten Tiere

„Die meisten Todesfälle hierzulande gibt es nach Wespen- oder Bienenstichen. Die allergischen Reaktionen, die durch das injizierte Gift hervorgerufen werden, töten in Deutschland pro Jahr etwa 20 Menschen“, sagt Ludwig. Für Allergiker gilt es also, zur Hauptflugzeit der Wespen, im Sommer und Frühherbst, besonders aufzupassen.

Wie auch ein prominenter Fall aus dem Jahr 2023 zeigt. Damals starb Daimler-Truck-Finanzvorstand Jochen Goetz im Alter von nur 52 Jahren an den Folgen eines Wespenstiches. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung hatte eine allergische Reaktion auf den Stich schließlich zu seinem Tod geführt. Wenn Sie mehr zum Thema Wespenstich-Allergie lesen wollen, klicken Sie hier.

Wissenswert

Menschen mit Allergien können nach einem Wespen- oder Bienenstich Herzrasen, vermehrtes Schwitzen und häufig sogar Bewusstseinsverlust erleben – dies wird als anaphylaktischer Schock bezeichnet. Der Botenstoff Histamin wird freigesetzt, dadurch erweitern sich die Blutgefäße, was zu einer Abnahme der Herz-Kreislauf-Leistung führt und das Blut gerinnen lässt. Lebenswichtige Organe wie das Herz, die Lunge und das Gehirn werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und es kann zum Stillstand des Herz-Kreislauf-Systems kommen.

Auf Platz zwei ein noch kleineres Tier

Das zweittödlichste Tier Deutschlands ist die Zecke. Ludwig: „Krankheiten wie Borreliose oder FSME werden durch Zeckenstiche ausgelöst. Sie können Hirnhautentzündungen auslösen und tödlich enden.“ Laut Robert Koch-Institut (RKI) werden in Deutschland pro Jahr etwa 10 Millionen Menschen gestochen, um die 300 erkranken. Todesfälle gibt es aber höchstens ein bis fünf im Jahr.

Hier räumt Zoologe Ludwig auch gleich mit einem Irrglauben auf: „Es wird häufig gesagt, Zecken lassen sich von Bäumen auf ihre Opfer fallen. Das stimmt so nicht. Sie sitzen im hohen Gras und man streift sie beim Hindurchgehen ab.“ Vorsicht und die richtige Kleidung sind in diesen Regionen geboten: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Bayern und Hessen (Borreliose) sowie Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Thüringen und Hessen (FSME).

Im Video | Hier breiten sich die Zecken besonders aus

Video lädtPlayer wird geladenQuelle: t-online

Hundebisse können tödlich sein

Nicht Bären, sondern Hunde können in Deutschland eine ernst zu nehmende Gefahr sein. Die Verletzungen, die durch Hundebisse entstehen, können von Medizinern meist problemlos behandelt werden. Aber es kommt doch auch wiederholt zu tödlichen Attacken. Damit ist Ludwig zufolge der Hund das drittgefährlichste Tier des Landes.

Laut Statista sterben pro Jahr bundesweit 3,3 Menschen an Hundebissen. Das scheint im ersten Moment die Zeckenopfer zu übertreffen, doch die Statistik wurde anhand von Daten eines Zehnjahreszeitraums (2009 bis 2019) erstellt. So gab es in einigen Jahren und Bundesländern keinen einzigen Toten, in anderen mehr. Thüringen steht an der Spitze der traurigen Hitliste: Hier starben innerhalb der zehn besprochenen Jahre 1,89 Menschen pro einer Million Einwohner an den Folgen von Hundebissen.