Das Museum Gunzenhauser feiert am Wochenende den 100. Geburtstag seines Namensgebers Alfred Gunzenhauser und eröffnet zugleich eine neue, bislang ungenutzte Etage. Diese soll künftig nicht für Ausstellungen, sondern für Kunstpädagogik verwendet werden. Anja Richter sagte MDR KULTUR, der vierte Stock sei künftig „nur für die Vermittlung da“.

Nicht nur Kunst sehen, sondern Kunst machen

Bisher habe es für die Museumspädagoik nur einen einzelnen Raum gegeben, so Richter. Es habe aber weitere Räumlichkeiten gebraucht, „wo keine klassische Kunst ausgestellt wird“. Denn in solchen Bereichen könne zum Beispiel nicht mit Farben und Materialien gearbeitet werden. Das solle sich nun ändern.

Beate Düber, stadtbekannte Museumspädagogin, zeigte sich bei MDR KULTUR begeistert. Farben könnten nun großflächig Einsatz finden, ebenso „alles, was mit Wasser zu tun hat“. Auch plastische Arbeiten mit Gips und Ton seien nun einfacher möglich.

Museum will mehr Besucher an sich binden

Geplant sind auf der neuen Etage niedrigschschwellige Vermittlungs- und Bildungsangebote, um das Publikum bereits in jungen Jahren für Kunst zu begeistern. Sie sollen das bisherige Angebot erweitern, zu dem etwa Workshops wie „Gestalte dein Geschirr“ gehören, bei denen Kinder und Jugendliche nach einem Besuch der aktuellen Ausstellung zum Thema Essen selbst Teller gestalten.

Museumspädagogik wird vielerorts immer wichter, da die Kunstvermittlung als Königsweg gilt, um Besucher stärker ans Haus zu binden – die braucht auch das Museum Gunzenhauser. Seit seiner Gründung vor 18 Jahren sind die Besucherzahlen ein Grund zur Sorge. Einzig das Kulturhauptstadtjahr zeigte mit der Schau „European Realities“ und fast 40.000 Besuchern, welches Potenzial in dem Haus steckt.

Namensgeber Alfred Gunzenhauser würdigen

Um dieses Potenzial künftig besser auszuschöpfen, wurde in den vergangenen zwei Jahren die vierte Etage des Museumsgebäudes ausgebaut. Die Kosten beliefen sich auf insgesamt eine Million Euro. 500.000 Euro wurden aus den sogenannten PMO-Mitteln gefördert, den Finanz- und Vermögenswerten der DDR-Parteien. Die andere Hälfte übernahm die Stiftung Gunzenhauser.

Zugleich will das Museum die vierte Etage nun nutzen, um mit einem großformatigen Porträt an seinen Namensgeber Alfred Gunzenhauser zu erinnern. Er baute mit mehr als 3.000 Werken eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen der Klassischen Moderne auf, die heute in dem Chemnitzer Museum bewahrt wird.