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Feiern ihre Freundschaft: (von links) Suzanne Flottmann, Ehrenvorsitzender Harald Plünnecke, der Bürgermeister und Vorsitzende des Partnerschaftskomitees von Mouchard, Michel Rouet, Philipp Brochet und Ehefrau Catherine Brochet, der Vöhler Bürgermeister Karsten Kalhöfer und der neue Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Vöhl-Mouchard, Matthias Kubat. © Astrid Rau
Die Partnerschaftsvereinigung Vöhl-Mouchard hat zu einer Feier anlässlich der 40-jährigen Freundschaft zwischen der Gemeinde Vöhl und der französischen Partnergemeinde Mouchard in das Gasthaus Sauer in Asel eingeladen.
Vöhl – Aus Frankreich angereist war dazu eine Delegation unter Führung des Bürgermeisters und Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees von Mouchard, Michel Rouet, sowie seiner Partnerin Madeleine Bourgeois.
In ihrem Rückblick erinnerte sich die aus Frankreich stammende Vöhlerin Suzanne Flottmann an die Anfänge der Freundschaft mit Mouchard: 1984 bat sie der damalige Vöhler Bürgermeister Manfred Steiner, nach einer geeigneten Partnergemeinde in Frankreich Ausschau zu halten.
Etliche Briefwechsel und erfolglose Kontaktversuche später führte schließlich ein Missverständnis zum Erfolg der Suche: Die Verwaltung einer der von Suzanne Flottmann angefragten Gemeinden dachte beim Stichwort „deutsch-französische Partnerschaft“ sofort an einen Schüleraustausch und leitete den Brief an den Départements-Schulrat weiter. Zufällig suchte in diesem Bezirk zur gleichen Zeit ebenfalls ein Ort eine deutsche Partnergemeinde: das ostfranzösische Mouchard im Département Jura. Im Mai 1986 fuhr schließlich eine neunköpfige Abordnung aus Vöhl zum Kennenlernen nach Mouchard.
„Wir mochten uns auf Anhieb“, berichtete Suzanne Flottmann. Bereits im April war in Vöhl die Partnerschaftsvereinigung Vöhl-Mouchard gegründet worden. Den Vorsitz des geschäftsführenden Gründungsvorstands übernahmen Hans-Heinrich Müller und Karl Weisheit aus Marienhagen, Kassierer und Schriftführerin wurden die beiden Vöhler Horst Stock und Suzanne Flottmann. Im August 1986 reiste eine französische Delegation zu einem umfangreichen Besuchsprogramm nach Vöhl. 1987 unterzeichneten die damaligen Bürgermeister Manfred Steiner aus Vöhl und Michel Junot aus Mouchard schließlich die offizielle Partnerschaftsvereinbarung.
Mitglieder des Parforcehorn-Bläsercorps Vöhl-Edersee bereicherten die Feierlichkeiten mit Liedern. Vor der Eröffnung des Buffets bliesen sie das Jagdsignal „Zum Essen“. © Astrid Rau
Leider sei der ursprüngliche Plan, auch die örtlichen Vereine in die Partnerschaft einzubeziehen, bislang nicht verwirklicht worden. Bedauerlicherweise sei zudem der Schulaustausch zwischen der Grundschule Vöhl und der Ederseeschule Herzhausen zum Erliegen gekommen. Dennoch fühlten sich die beiden Gemeinden eng miteinander verbunden. Insbesondere private Freundschaften hätten sich seit den Anfängen fest etabliert, wie Vereinsmitglieder im Gespräch deutlich machten. Beide Seiten laden sich immer wieder gegenseitig zu Festen und zu Urlaubsaufenthalten ein.
Mitglieder des Parforcehorn-Bläsercorps Vöhl-Edersee bereicherten die Feierlichkeiten mit Liedern. Vor Eröffnung des Buffets bliesen sie das Jagdsignal „Zum Essen“. © Astrid Rau
In seiner Festansprache erinnerte der Ehrenvorsitzende der Partnerschaftsvereinigung, Harald Plünnecke, an die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft als „Fundament für Frieden (…) in Europa“ – gerade in unserer Zeit, „in der die Welt vielerorts wieder von Unsicherheit und Spannungen geprägt“ sei. Er betonte: „Sie lebt nicht nur in großen politischen Verträgen – sie lebt vor allem dort, wo Menschen einander begegnen.“
Für die französischen Gäste sprach Michel Rouet, der als Stadtratsabgeordneter und Stellvertreter des damaligen Bürgermeisters Michel Jouet den Beginn der Gemeindepartnerschaft miterlebt hatte. Er rief heitere Anekdoten in Erinnerung, würdigte aber auch die „Weltanschauung und Charakterstärke, die Deutsche und Franzosen (…) nach dem Zweiten Weltkrieg“ aufgebracht hätten, um freundschaftliche Beziehungen eingehen zu können. Im Juni wolle er mit seiner Delegation erneut nach Vöhl kommen, um „900 Jahre Dorfitter“ mitzufeiern.
Ein außergewöhnlicher Tropfen: Michel Rouet hatte aus Frankreich zwei Flaschen jenes Weins mitgebracht, der aus Anlass der ersten Begegnung der Partnergemeinden Vöhl und Mouchard aufgelegt worden war. © Astrid Rau
Besonders dankte Rouet Suzanne Flottmann für ihre „stets perfekten Übersetzungen“ in beide Sprachen sowie für ihre engagierte Mitarbeit bei den Freundschaftsbesuchen. Rouet würdigte Harald Plünnecke als einen Menschen, der ein „Organisator“ sei, „der alle Welt kennt“ und sich vielfältig einbringe. Dem neuen Vorstand der Vöhler Partnerschaftsvereinigung gratulierte er im Namen der Delegation zur Wahl. (Von Astrid Rau)