Daten des Marktstammdatenregisters

Brandenburg schlägt Bayern: So ungleich ist die Solarleistung verteilt

16.05.2026 – 07:48 UhrLesedauer: 2 Min.

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Wohnhaus mit Schrägdach und voll ausgenutzter Fläche für Solarmodule: In Deutschland sind Solaranlagen in diesem Jahr weniger beliebt als noch vor einem Jahr. (Symbolbild) (Quelle: IMAGO/Jochen Tack/imago)

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Fast sechs Millionen Solaranlagen speisen in Deutschland Strom ins Netz, doch ihre Verteilung ist sehr ungleichmäßig. Zugleich bremst ein neues Gesetz den Ausbau im Gewerbe deutlich.

In welchem Bundesland ist die installierte Solarleistung pro Kopf am höchsten? Das hat das Photovoltaik-Installationsunternehmen GFK Solar Installation GmbH herausgefunden, indem es die im Marktstammdatenregister (MaStR) veröffentlichten Daten ausgewertet hat. Das Ergebnis zeigt ein deutliches West-Ost-Gefälle.

Über 5,9 Millionen Solaranlagen

Den Marktstammdaten zufolge sind 5.957.309 Solaranlagen in Betrieb (Stand: 10. Mai 2026), die zusammen eine installierte Spitzenleistung von 122,44 Gigawatt Peak (GWp) liefern. Das entspricht etwa der Kapazität von bis zu 15 großen, modernen Gaskraftwerken.

Spitzenreiter ist Bayern mit 32,68 GWp installierter Leistung und 1.354.606 Anlagen. Auf Platz zwei liegt Baden-Württemberg mit 15,26 GWp installierter Leistung und 958.143 Anlagen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (14,89 GWp installierte Leistung, 1.095.595 Anlagen).

Heruntergerechnet auf die Leistung pro Kopf verschiebt sich das Ranking jedoch. Hier landet Brandenburg mit 3.657 Kilowatt Peak (kWp)/1.000 Einwohner installierter Leistung auf Platz eins. Aber auch in Mecklenburg-Vorpommern ist die Generierung von Solarenergie begehrt (3.262 kWp/1.000 Einwohner). Auf Platz drei landet Sachsen-Anhalt mit 2.821 kWp/1.000 Einwohner.

Das Schlusslicht bildet Berlin. In der Bundeshauptstadt beträgt die installierte Leistung gerade einmal 138 kWp/1.000 Einwohner. Und auch in Hamburg (146 kWp/1.000 Einwohner) und Bremen (294 kWp/1.000 Einwohner) wird aktuell noch vergleichsweise wenig Sonnenenergie generiert – was allerdings auch auf die hohe Zahl an Mehrfamilienhäusern in Großstädten zurückzuführen ist.

Somit hat Brandenburg faktisch 27-mal mehr Leistung pro 1.000 Einwohner installiert als Berlin.

Aufstieg deutlich abgebremst

Die Zahlen des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur zeigen jedoch auch, dass 2026 der Solarausbau im gewerblichen Segment eingebrochen ist. So wurden zwischen Januar und Mai 2026 insgesamt 4.899 Anlagen installiert. Das sind 54 Prozent weniger als noch im Vorjahr (10.560 Anlagen).

Auslöser ist laut GFK Solar das Solarspitzengesetz. Es gilt seit dem 25. Februar 2025 und besagt, dass Neuanlagen ohne intelligentes Messsystem nur noch 60 Prozent ihres erzeugten Stroms in das öffentliche Netz einspeisen dürfen. Darüber hinaus entfällt die EEG-Vergütung bei negativen Börsenpreisen, was die eigene Photovoltaikanlage (PV-Anlage) für viele ebenfalls unlukrativ macht.

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