Foto: Lutz WulfestiegDer Lokschuppen-Museumssaison-Auftakt war in diesem Jahr eine Ausstellung anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Wuppertaler Schwebebahn.
„Die Idee dazu kam uns, als wir gefragt wurden, ob wir Material über die Schwebebahn haben“, erzählte uns Dr. Ralf Fellenberg, Vorsitzender des Eisenbahn- und Heimatmuseums Erkrath-Hochdahl. Es sei nicht ungewöhnlich, das Buchautoren oder auch Studenten, nach Archivmaterialien fragen. Bei der Suche im Archiv hatten die Vereinsmitglieder schließlich bemerkt, dass sich auch zur Wuppertaler Schwebebahn so einiges angesammelt hatte. „Warum also nicht nicht anlässlich des Jubiläums eine Ausstellung damit bestückten?“, haben wir uns dann gefragt.
Auf den Stellwänden konnten Besucher von der Entstehungsgeschichte über den Bau und Unglücke im Betrieb bis in die heutige Zeit die Geschichte der Wuppertaler Schwebebahn nachvollziehen. Natürlich war sie im Laufe der Zeit auch Gegenstand von Witzzeichnungen.






Fotos Stellwände: LW
In der Ausstellung trafen wir auf einen Wuppertaler, der sich eigens auf den Weg gemacht hatte, um die Museumsausstellung zu besuchen. Er erwies sich als Fan der Schwebebahn und ihrer Geschichte und zeigte uns einige Fotos von Schwebebahnwagen unterschiedlicher Baureihen, die er über die Jahre gesammelt hat. Selbst Jahrgang 1945 erzählte er uns, dass sein Vater 1901 zur Welt gekommen sei.
1901 war das Jahr, in dem im März die Strecke Kluse-Zoo für den öffentlichen Fahrgastverkehr freigegeben wurde. Im gleichen Jahr im Mai folgte auch die Freigabe der Strecke Zoo-Vohwinkel. Kaiser Wilhelm II. und seine Gemahlin Auguste hatten schon im Oktober 1900 in einer Probefahrt von Döppersberg bis Vohwinkel einen Eindruck vom fortschrittlichen Beförderungsmittel erhalten.
Die Idee einer Schwebebahn ist auf den Kölner Ingenieur Eugen Langen in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts zurückzuführen. Im Februar und März 1887 bildeten Elberfeld und dann Barmen eine Kommission, die für den Wuppertaler Raum eine Hochbahn prüfen sollten. Die beiden Kommissionen schlossen sich wenig später zusammen. Es sollte noch einige Jahre dauern, bis Barmen und Elberfeld in den Stadtverordneten Versammlungen schließlich das „System Langen“ annahmen. Das war am 28. Dezember 1894. Nur drei Tage später unterzeichneten dann die beiden Oberbürgermeister von Barmen und Elberfeld einen Vertrag über den Bau und Betrieb. Zehn Monate später schloss sich auch die Landgemeinde Vohwinkel an. Es gab auch Gegner des Projekts, die es ein „waghalsiges Unterfangen“ nannten.
Im Oktober 1896 wurde die Anlage einer Schwebebahn von der Königlichen Regierung zu Düsseldorf genehmigt und im Sommer 1898 begann der Bau, der zügig voran schritt. Nach Eröffnung der ersten beiden Streckenabschnitte in 1901 wurde das letzte Teilstück (Kluse-Ritterhausen in Oberbarmen) 1903 freigegeben. Die gesamte Geschichte der Schwebebahn ist auf schwebebahn.de nachzulesen. Bis heute ist die Wuppertaler Schwebebahn eine Erfolgsgeschichte und entlastet nicht nur den Verkehr auf Wuppertals Straßen, sondern zieht auch Touristen an.
Ad-ons in der Ausstellung
Neben vielen Fotos mit textlichen Erläuterungen an den Stellwänden konnten Besucher auch ein Modell der Schwebebahn besichtigen, dass Vereinsmitglieder eigens für die Ausstellung mit einem 3D-Drucker erstellt hatten. Außerdem bestand die Möglichkeit sich einen Film zur Schwebebahn anzusehen.
Für die Eisenbahnfreunde gab es darüber hinaus eine kleine Premiere in der Ausstellung: Das Modell einer Dampflok-Steuerung. „Das ist geschätzt von 1930 und vermutlich aus Wuppertal-Steinbeck“, erklärt uns Dr. Fellenberg. Bisher hatte der Verein keine passende Möglichkeit gefunden, es in die Museumsausstellung einzubeziehen. „Das Gestell hat uns jetzt Metallbau Becker gebaut. Es ist höhenverstellbar, sodass auch unsere kleinen Besucher ein Blick darauf werfen können“, freut sich Fellenberg.
Wer die Premiere verpasst hat, hat sicher in einer der nächsten Museumsausstellungen die Gelegenheit das Modell näher in Augenschein zu nehmen.

Fotos: Lutz Wulfestieg
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