Die Eintracht hat nur Außenseiterchancen auf Europa, will diese aber nutzen. Blöd: Mit Stuttgart steht den Frankfurtern ein Topteam gegenüber – und in Freiburg muss ausgerechnet das ungeliebte RB Leipzig die Eintracht-Saison retten. Alles Wichtige zum Spiel.
Zentrale Eintracht-Protagonisten in diesen Tagen: Trainer Albert Riera und Spielmacher Can Uzun.
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02:13 Min.|Tim Brockmeier
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Eintracht Frankfurt steht mal wieder ein Europa-Showdown bevor: Im Gegensatz zur vergangenen Saison, als es am letzten Spieltag um den Einzug in die Champions League ging, ist es diesmal der verzweifelte Versuch, die so schwache Saison mit der Qualifikation für die Conference League irgendwie zu einem glimpflichen Ende zu bringen. Gegner an diesem Samstag (15.30 Uhr) ist der VfB Stuttgart, der im Frankfurter Stadtwald gerne seinen Königsklassen-Einzug feiern würde.
Der Favorit ist klar – und es sind nicht die Frankfurter. Während die Eintracht aus den vergangenen vier Spielen lediglich einen mageren Punkt holte und dadurch völlig verdient auf Tabellenplatz acht abgerutscht ist, will der VfB Stuttgart mit einem Sieg seinen vierten Platz und damit die Qualifikation für die Champions League sichern.
Für die Eintracht ist Europa ohnehin nur noch in der drittklassigen Conference League möglich. Die Hessen müssen neben einem eigenen Erfolg dabei auf einen Patzer des SC Freiburg hoffen. Der Europa-League-Finalist tritt zeitgleich im eigenen Stadion gegen RB Leipzig an. Ausgerechnet die in Frankfurt so ungeliebten Leipziger, möchte man anfügen. Zudem noch im Rennen, sollten Frankfurter und Freiburger jeweils Punkte lassen, ist der FC Augsburg. Die Fuggerstädter treten bei Union Berlin an.
Fit sind mit Ausnahme von Verteidiger Nnamdi Collins und Mittelfeldspieler Oscar Höjlund (Zeh) alle Eintracht-Spieler, Albert Riera hat also die Qual der Wahl. Fraglich ist indes, wie der Coach mit Jonathan Burkardt verfährt. Der treffsicherste Frankfurter hatte zuletzt nach seinem Anschlusstreffer in Dortmund in Richtung Seitenlinie geflucht und laut Bild-Zeitung dabei Riera beschimpft. Burkardt habe eine Geldstrafe aufgebrummt bekommen, bestätigte der Spanier. Ob der Torjäger so ein Kandidat für den Kader oder sogar die Startelf ist? Rein leistungsmäßig könnte die Eintracht ihn gewiss gebrauchen.
So könnte die Eintracht spielen:
So könnte die Eintracht gegen Stuttgart starten
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Der VfB Stuttgart hat kaum personelle Probleme, einzig Kapitän Atakan Karazor fehlt mit einer Rotsperre. Ansonsten kann Trainer Sebastian Hoeneß auf jene Spieler zurückgreifen, die in dieser Saison mit weitestgehend begeisterndem Fußball auf Platz vier der Liga und ins Finale des DFB-Pokals vorgedrungen sind. Im Formhoch befinden sich derzeit neben Deniz Undav vor allem dessen Offensivpartner Chris Führich und Ermedin Demirovic.
So könnte Stuttgart spielen: Nübel – Jaquez, Chabot, Mittelstädt – Leweling, Chema, Stiller, Führich – El Khannouss, Undav – Demirovic
Albert Riera: „Das ist ein sehr offensives Team, das oft in Eins-gegen-Eins-Duelle geht. Wir müssen richtig gut sein und direkter spielen als normalerweise. Meine Spieler sind bereit für das Spiel morgen.“
Sebastian Hoeneß: „Es steht ein wichtiges Spiel an und die ganze Saison konzentriert sich jetzt auf diese Partie. Es wird mit Sicherheit ein schwieriges Spiel werden. Frankfurt kämpft noch um den internationalen Platz.“
Auf diese Spieler gilt es zu achten
Auch diesmal lohnt nicht nur der Blick zu den Spielern, sondern auch zum Trainer. Höchstwahrscheinlich wird Albert Riera ein letztes Mal die Eintracht coachen, die bevorstehende Trennung nach dem Saisonfinale ist schon lange kein Geheimnis mehr. Spannend wird sein, wie Riera darauf personell reagiert. Überrascht der Spanier wie so oft mit ungewöhnlichen Startelf-Nominierungen? Was macht er mit Burkardt? Und wie gibt er sich in der finalen Pressekonferenz nach dem Spiel? Auf dem Platz ruhen die Frankfurter Hoffnungen auf Can Uzun. Der 20-Jährige ist als einer von wenigen Eintracht-Profis zum Saisonausklang in guter Form, sammelte zuletzt drei Scorerpunkte (zwei Tore, ein Assist) in drei Spielen.
Auf der anderen Seite sieht das besser aus. Beim VfB befinden sich etliche Profis in einem Hoch, besonders der Angriff sticht heraus. Stand jahrelang die Eintracht für erfolgreiche Stürmer, haben diesmal die Schwaben ein gefährliches Duo. Deniz Undav stellte mit 19 Saisontoren schon jetzt einen neuen persönlichen Rekord auf und Ermedin Demirovic traf in jedem der letzten drei Spiele, insgesamt ebenfalls zweistellig (zwölf Mal). Zusammen erzielten Undav und Demirovic 31 Tore, sind damit das torgefährlichste nicht-bayerische Duo dieser Spielzeit.
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Bullshit, Haie, Balkon-Sprünge: Riera-Sprüche, die im Eintracht-Kosmos hängenbleiben
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Mehr als 100 Tage ist Albert Riera nun bei Eintracht Frankfurt Trainer. Gut möglich, dass nicht mehr viele hinzukommen. Geliefert hat der Spanier vor allem am Mikrofon. Wir blicken auf Riera-Zitate, die bleiben werden.
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Bei seiner Antritts-Pressekonferenz: „Wenn ich den Spielern sage, dass sie vom Balkon springen sollen, dann werden sie springen.“
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Ebenfalls bei seiner Antritts-Pressekonferenz: „Wir müssen denken, dass wir die Besten, die Schönsten, die Stärksten sind.“
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Und noch ein Zitat von der Antritts-Pressekonferenz: „Wir reden immer nur über Resultate und vergessen dabei, dass Fußball auch Show ist.“
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Zur zwischenzeitlichen Verletzungs-Problematik bei der Eintracht: „Statt zum Mannschaftsarzt sollte ich morgens vielleicht lieber in die Kirche gehen, um zu beten.“
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Nach einer Verbal-Attacke von Max Kruse und Martin Harnik: „Sie können mich nur verletzten, wenn ich sie liebe. Wenn nicht, können sie sagen, was immer sie wollen.“
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Nach seinem ersten Spiel bei Union Berlin: „Ich weiß nicht, wie viele Spiele oder Monate dieses Team sich nicht mehr als der Boss auf dem Platz gefühlt hat. Heute habe ich in ihren Gesichtern gesehen: Sie haben es genossen, sich als Boss des Spiels zu fühlen.“
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Ebenfalls nach dem Remis in Berlin: „Das passiert, wenn du wie der Hai das Blut riechst.“
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Vor dem Spiel gegen Mönchengladbach: „Wenn man nicht auf zivile Weise gewinnen kann, muss man auf kriminelle Weise gewinnen.“
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Bei seiner Wut-Pk vor dem Hamburg-Spiel: „Wir sind hier nicht in der Kneipe oder im Zirkus. Das ist ein seriöser Fußballklub. Vielleicht denken Sie, dass das hier eine Kneipe ist und sprechen mit Agenten und Journalisten.“
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Ebenfalls bei seinem Auftritt vor dem Heimspiel gegen den HSV: „Es gibt Gift um dieses Gebäude herum, aber nicht in diesem Gebäude. Wir haben eine fantastische Beziehung zu den Spielern.“
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Kommentar zu Berichten über ein angespanntes Verhältnis zu Torjäger Jonathan Burkardt: „Totally Bullshit!“
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Über die Berichterstattung über eine Geldstrafe für Jonathan Burkardt: „Wissen Sie auch, was ich zum Frühstück hatte heute Morgen? Interne Sachen müssen auch intern bleiben. Das macht mich nicht sauer, es ist traurig für den Klub.“
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Vor seinem vermeintlich letzten Spiel gegen Stuttgart: „Meine einzige Sorge ist das Spiel gegen Stuttgart. Danach habe ich einen tollen Sommer vor mir, wahrscheinlich auf Mallorca.“
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Geht es nach der Statistik, ist ein Torfestival zu erwarten. Eines, das aus Sicht der Eintracht alles andere als positiv verlaufen würde. Zum einen haben die Frankfurter nach Heidenheim und Wolfsburg weiterhin die drittschlechteste Defensive der Liga. Es sind bereits 63 Gegentore, in einer kompletten Spielzeit der Hessen waren es zuletzt 2000/01 mehr – damals führten 68 Gegentreffer die Eintracht in die zweite Liga. Zum anderen hat der VfB nach den Münchner Bayern die zweitbeste Offensive der Liga (69 Treffer). Nicht umsonst endete auch das Hinspiel mit 3:2 für die Schwaben.
So können Sie das Spiel verfolgen
Die Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund können Sie bei sportschau.de im Audio-Livestream und Liveticker verfolgen. Zu sehen ist das Spiel beim Bezahlsender Sky.
Mit der Bennenung von Tobias Welz als Schiedsrichter sorgte der DFB für Erstaunen. Zum einen kommt der 48-Jährige aus Wiesbaden, pfeift daher im letzten Spiel seiner 16-jährigen Bundesliga-Karriere überhaupt erst seine zweite Eintracht-Begegnung. Zum anderen hatte er nach dem Pokal-Halbfinale zwischen Stuttgart und Freiburg diverse Unmutsäußerungen auch aus dem Schwäbischen hinnehmen müssen. Keine Frage, Welz steht intensiv unter Beobachtung – zum letzten Mal.
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11:50 Min.|15.01.26|hr
Highlights: VfB Stuttgart – Eintracht Frankfurt
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