Sportsgeist und olympische Begeisterung: Dieses Gefühl will München endlich wieder nach Bayern holen. Das letzte Mal fanden Olympischen Spiele in der bayerischen Landeshauptstadt im Jahr 1972 statt. München bewirbt sich nun erneut um die Austragung des Großevents. 2036, 2040 oder 2044 könnten die Olympischen Spiele nach Deutschland zurückkehren. Die Stadt und der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause stellten am Freitag, 15. Mai, ihr vertieftes Konzept vor.
Olympiabewerbung München: Das ist das Konzept für Bayern
In seinem vertieften Konzept bezieht München auch neue Sportarten in die Planungen mit ein. Denn: Bei den kommenden Sommerspielen in Los Angeles im Jahr 2028 ergänzen Baseball, Softball, Cricket, Flag Football, Lacrosse und Squash das olympische Programm. Letzteres könnte nach dem geänderten Konzept in München auf dem PaketPost-Areal stattfinden.
Insgesamt plant die Stadt nun mit zwei temporären Hallen weniger als zuvor. Für die Zeit der Olympischen Spiele sollen dann nur noch drei Hallen zeitweise aufgebaut werden. Dort sollen folgende Wettkämpfe stattfinden:
- Handball: Halle an der Messe
- Volleyball: Halle im Olympiapark Süd
- Bahnradsport: Velodrom im Olympiapark Nord
Neues Fußballkonzept: Fußballer bald im Olympischen Dorf?
Bislang plante München, das Fußballturnier in ganz Süddeutschland auszutragen. Neben Bayern würden damit auch mehrere Stadien in Baden-Württemberg Teil des olympischen Turniers sein. Das neue Konzept schließt diese Variante zwar weiterhin nicht aus, stellt allerdings eine weitere Möglichkeit vor. Diese bezieht sich größtenteils auf bayerische Austragungsorte.
Neben den Stadien in München-Fröttmaning, Nürnberg, Augsburg und Stuttgart soll auch im Stadion an der Grünwalder Straße, dem Olympiastadion und in Ingolstadt um olympisches Gold gespielt werden. Dieser Vorschlag werde zurzeit geprüft, noch seien einige Punkte offen.
Die Stadt sieht bei dieser Variante einen zentralen Vorteil: Die Wege zwischen den Spielstätten wären kleiner. Damit würden die Fußballerinnen und Fußballer – anders als bei den Olympischen Spielen zuvor – zusammen mit den anderen Olympioniken im Olympischen Dorf untergebracht werden. So seien sie „stärker in das olympische Geschehen eingebunden“, sagte die Stadt.

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Neben dem Fußballturnier könnte Augsburg mit seinem Eiskanal auch für die Kanu-Wettbewerbe der olympische Austragungsort werden.
Foto: Ulrich Wagner (Archivbild)
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Neben dem Fußballturnier könnte Augsburg mit seinem Eiskanal auch für die Kanu-Wettbewerbe der olympische Austragungsort werden.
Foto: Ulrich Wagner (Archivbild)
Nachhaltigkeit und Innovation: Fokus auf zwei „Power-Projekte“
Besonders wichtig sei München, dass die Großveranstaltung nachhaltig gestaltet wird. Deswegen ist die Idee von „zirkulären Spielen“ Teil des Konzepts. Dabei soll es laut Aussagen der Stadt darum gehen, dass Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft bei allen Schritten mitgedacht werden.
Außerdem beschäftigt sich München mit einem Novum. Autonome Shuttle-Systeme könnten bei den Münchner Spielen als eine „flexible Ergänzung zum öffentlichen Verkehr getestet werden“. So sollen unter anderem die Veranstaltungsorte angebunden werden.
Die Bewerbung solle zudem Infrastrukturprojekten in und um München zugutekommen. Laut Angaben der Stadt entwickelten Expertinnen und Experten dafür sogenannte Projektsteckbriefe. So soll es unter anderem einen klaren zeitlichen Rahmen für die Projekte geben.
Münchner Olympiabewerbung: So geht es weiter
Das vertiefte Konzept wird der Vollversammlung des Münchner Stadtrats am Mittwoch, 20. Mai, vorgelegt. Dabei entscheidet sich, ob die Vollversammlung den Änderungen zustimmt oder nicht. Wie die Stadt München mitteilte, müssen die endgültigen Bewerbungsunterlagen bis zum 4. Juni beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht werden.
Die Bewerbung wird nicht nur von der Münchner und bayerischen Politik unterstützt. Auch Vertreter des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags, der Handwerkskammer, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und des Bündnisses pro Olympia sprechen sich demnach für Olympische Spiele in München aus. Ein Bürgerentscheid im vergangenen Herbst fiel ebenfalls positiv aus.

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Der Münchner Olympiapark ist auch Teil der Planungen der aktuellen Olympiabewerbung.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Archivbild)
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Der Münchner Olympiapark ist auch Teil der Planungen der aktuellen Olympiabewerbung.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Archivbild)
Allerdings gibt es auch Gegner der Bewerbung. Einzelne Politiker und das Bündnis „NOlympia“ lehnen Olympische Spiele in der bayerischen Landeshauptstadt ab. Sie kritisieren unter anderem die hohen Ausgaben, die bei einer Austragung des Großevents anfallen. Zudem ist das Bündnis der Meinung, dass die angestrebte Nachhaltigkeit der Spiele nicht gegeben sei. Dies liege unter anderem an den temporären Hallen.
Neben München bewerben sich für Deutschland auch Berlin, Hamburg und die Köln-Rhein-Ruhr-Region beim DOSB. Eine endgültige Entscheidung, wer für Deutschland ins Rennen geht, wird im Herbst dieses Jahres erwartet. Wann auch seitens des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) eine endgültige Entscheidung fällt, ist bislang offen.