Der Rüstungskonzern KNDS verhandelt mit Mercedes-Benz über die Übernahme des Werks in Ludwigsfelde südlich von Berlin. Dabei geht es um rund 2.000 Mitarbeiter und die künftige Nutzung der Produktionsstätte, die Mercedes ab etwa 2030 nicht mehr benötigt. Die Gespräche erfolgen vor dem Hintergrund steigender Rüstungsausgaben in Europa und zeigen, wie deutsche Autobauer die Verteidigungsindustrie als mögliches Wachstumsfeld entdecken.

Mercedes produziert in Ludwigsfelde derzeit offene Aufbauten für den Sprinter-Transporter, vor allem Fahrgestelle. Die Produktion soll ab etwa 2030 ins polnische Jawor verlagert werden. KNDS diskutiert laut Berichten sowohl eine komplette Übernahme als auch eine Teilvermietung des Werks. Bei einer Teilvermietung könnten Militärfahrzeuge von KNDS und Mercedes-Transporter parallel produziert werden.

Källenius zeigt Offenheit für Rüstungsgeschäft

Mercedes-Chef Ola Källenius hat sich grundsätzlich offen für einen Einstieg in die Rüstungsproduktion gezeigt. «Die Welt ist unberechenbarer geworden, Europa muss sein Verteidigungsprofil ausbauen», sagte Källenius dem Wall Street Journal. Mercedes wäre bereit, dabei eine positive Rolle zu spielen, wenn es wirtschaftlich sinnvoll sei.

Das Rüstungsgeschäft würde nur einen kleinen Anteil im Vergleich zur Autoproduktion ausmachen, könne aber eine wachsende Nische sein, die zu besseren Geschäftsergebnissen beitrage, so Källenius. Er verwies auf die Fähigkeit von Mercedes, hochwertige Präzisionsmaschinen in großen Stückzahlen zu bauen.

Schwache Zahlen als Hintergrund