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Die 2. Liga spielt im Abstiegskampf schon länger verrückt, trotzdem gilt es für die Statistiker als so gut wie ausgeschlossen, dass Dynamo Dresden noch in die Relegation abrutscht. Mithilfe von KI schätzen Mathematiker die Wahrscheinlichkeit dafür auf 0,4 bis 0,9 Prozent ein. Doch es gibt eben auch ein spezielles Szenario, das für die SGD der pure Horror wäre.
Aber der Reihe nach: Erstmal müssten Düsseldorf (gegen Fürth), Braunschweig (auf Schalke) und Bielefeld (gegen Hertha BSC) überhaupt gewinnen, damit Gefahr für Dresden aufkommt. Sollte es tatsächlich dazu kommen, reicht ein Punkt gegen Holstein Kiel, solange die Armina nicht mit vier Toren Differenz siegt.
Apropos: Will Trainer Thomas Stamm überhaupt immer wissen, wie es auf den anderen Plätzen steht? „Für mich ist es nicht entscheidend. Wichtig ist, dass es ein Teil des Staffs weiß und dann Einfluss nehmen kann, damit ich mich auf das Spiel konzentrieren kann“, erklärt der Schweizer.
Der Worst-Case-Fall für das Unternehmen Klassenerhalt wäre, dass Dynamo Dresden in die Relegation muss und Leader Niklas Hauptmann gegen Holstein Kiel am Sonntag die fünfte Gelbe Karte sieht. Der Kapitän: „Ja, ich bin einige Wochen mit vier gelben Karten herumgelaufen. Im Spiel denkst du daran ehrlicherweise nicht. Da versuchst du, dein Ding zu machen.“
Die Rechnereien versucht der Mittelfeldmann von sich fernzuhalten. „Es gibt 100.000 verschiedene Szenarien. Es ist wichtig, sich gar nicht damit zu beschäftigen. Die einfachste Möglichkeit ist, zu gewinnen. Dann müssen wir nicht nach links und rechts schauen“, meint „Haupe“.

Dynamo-Trainer Thomas Stamm will sich nicht durch Zwischenstände anderer Spiele ablenken lassen
Foto: Olaf Rentsch
Er gibt zu: „Vor dem Spiel wird die Anspannung schon eine andere sein als sonst. Das sollte nur keinen Einfluss auf dich und deine Leistung in den 90 Minuten haben.“ Denn Dynamo Dresden kann erstmals seit 2019 eine Zweitliga-Saison am rettenden Ufer abschließen, das Image der Fahrstuhlmannschaft etwas abstellen.
Problem: Mit den Störchen kommt ausgerechnet der Angstgegner schlechthin. Gegen Hauptmanns Ex-Klub holten die Schwarz-Gelben in den letzten zehn Spielen zwei Punkte, der letzte Dreier war ein 2:1 in Kiel im Oktober 2015.
Negativ-Bilanz ausblenden
Aber der SGD-Regisseur ist sicher: „Das blenden wir total aus. Wir versuchen, in den Anfangsphasen immer Druck draufzukriegen und in unser Spiel zu kommen. Es geht um die Energie, am Ende entscheidet viel der Kopf.“
Positiv: Dynamo hat mit 54 Gelben Karten die wenigsten aller Zweitligisten kassiert. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass Hauptmann beides vermeiden kann: die Relegation UND die fünfte Gelbe…