3. Liga
Stand: 16.05.2026 15:40 Uhr
Der VfL Osnabrück hat seine furiose Aufstiegssaison in der 3. Fußball-Liga am Sonnabend mit einem 4:3 (2:0) beim VfB Stuttgart II abgeschlossen. Lange sahen die Niedersachsen wie der klare Sieger aus, ließen die Gastgeber aber noch einmal am Remis schnuppern.
Durch den 13. Auswärtserfolg in dieser Spielzeit beendet das Team von Trainer Timo Schultz die Aufstiegssaison mit 80 Punkten und acht Zählern Vorsprung auf Rang zwei, den Energie Cottbus am letzten Spieltag verteidigte. Mehr Punkte in der 3. Liga holten zuletzt der 1. FC Magdeburg (85) und der SC Paderborn (83) bei ihrem gemeinsamen Aufstieg 2017/18. Mit 48 Zählern in der Rückrunde hat der VfL zudem die beste Halbserie in der Geschichte der 3. Liga gespielt.
Bjarke Jacobsen brachte die Lila-Weißen in einer bis dahin ereignisarmen ersten Hälfte im Großaspacher Stadion per Kopf auf die Siegerstraße (32.), kurz darauf legte Fridolin Wagner nach (36.). Nach dem 3:0 von Robin Meißner direkt nach dem Seitenwechsel (48.) und dem 4:1 durch Lars Kehl (63.) sah der VfL bereits wie der sichere Sieger aus, ließ den VfB in einer wilden zweiten Hälfte aber noch auf 4:3 rankommen. Bester Akteur auf Seiten der Gäste war Patrick Kammerbauer mit drei Torvorlagen.
Am Sonntag darf sich die Meistermannschaft dann im Osnabrücker Rathaus ins Goldene Buch der Stadt eintragen und anschließend mit den Fans auf dem Markt bei der Maiwoche feiern.

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Ersatzkeeper Sauter gibt sein VfL-Debüt
Zum Saisonabschluss wechselte VfL-Coach Schultz noch einmal munter durch: Gleich sieben Neue schickte der Trainer im Vergleich zum 1:1 gegen Absteiger Ulm in der Vorwoche auf den Rasen – darunter auch Torhüter Niklas Sauter, der sein Debüt für die Lila-Weißen gab. Vor knapp 2.000 mitgereisten Fans fanden die Gäste in Großaspach dann nur schleppend in die Partie. Über Topscorer Meißner lauerte der VfL zunächst auf Konter, während der VfB die etwas aktivere Mannschaft war, ohne allerdings zu klaren Torchancen zu kommen.
In der 19. Minute meldete sich Osnabrück erstmals im Strafraum der Hausherren an, doch den Schuss von Ismail Badjie aus spitzem Winkel wehrte Stuttgarts Schlussmann Jerik von der Felsen mit dem Fuß ab. Im Spiel nach vorne fehlte dem Aufsteiger ansonsten oftmals die Genauigkeit. Und so war es schließlich ein Eckball, der über Umwege die Führung für die Gäste brachte: Von der linken Seite durfte Kammerbauer in aller Ruhe in den Sechzehner flanken – und fand dort den großgewachsenen Jacobsen, der zum 1:0 einköpfte (32.).

3. Liga adé
Die Lila-Weißen sind zurück in der 2. Liga – und auch abseits des Platzes laufen die Dinge wieder geordneter. Enorm für einen Club, der noch vor einem Jahr fast in Trümmern lag.
Nur sechs Minuten später erhöhte der VfL, der nach der Führung plötzlich wesentlich besser den Ball laufen ließ. Wieder war es Kammerbauer über links, dessen Flanke der allzu freistehende Wagner sehenswert zum 2:0 über von der Felsen ins Tor heben konnte (36.). Die Osnabrücker, denen zu Beginn die Feierlichkeiten der letzten Tage anzumerken waren, waren nun im Spiel angekommen und blieben auf dem Gaspedal – bis zum Pausenpfiff wurde es aber nicht mehr gefährlich.
Meißner macht den Sack zu – oder doch nicht?
Im zweiten Durchgang waren dann gerade einmal 120 Sekunden gespielt, als Meißner von David Kopacz geschickt wurde und mit einem trockenen Schuss aus 16 Metern seinen 14. Saisontreffer erzielte – 3:0 (48.). Der Deckel schien nun drauf, die Begegnung ein Schaulaufen des Drittliga-Meisters zu werden, doch zum Glück für die Gastgeber ruhten sich die Lila-Weißen im Anschluss etwas aus. So erarbeiteten sich die Hausherren nach und nach Torabschlüsse – und durch Justin Diehl schließlich den verdienten 1:3-Anschlusstreffer (57.).
Kamen die Schwaben noch einmal zurück? Nein, dachte sich Osnabrücks Kehl, der mitten in die Stutgarter Drangphase einen VfL-Konter zum 4:1 abschloss (63.). Wieder war Kammerbauer der Vorlagengeber. Der Drei-Tore-Vorsprung war wiederhergestellt, währte aber erneut nur kurz: Auf der Gegenseite setzte sich Mittelstürmer Mansour Ouro-Tagba im Strafraum gegen drei Gegenspieler durch und traf aus der Drehung herrlich zum 4:2 (67.). In der 76. war es dann Debütant Sauter im VfL-Tor, der einen Freistoß von Nicolas Sessa durchrutschen ließ – 4:3 (78.).
Die Hausherren rannten nun an und die VfL-Abwehr wirkte ein ums andere Mal nicht sattelfest – am Ende aber rettete das Schultz-Team die knappe Führung auch über die fünfminütige Nachspielzeit.

Kaderanalyse des Zweitliga-Aufsteigers
Die Voraussetzungen des Aufsteigers sind laut GSN-Datenanalyse gut, es gibt jedoch mit Blick auf die 2. Bundesliga vier große Kader-Baustellen.