DruckenTeilen
Wenige Stunden vor dem ESC-Finale in Wien äußert Topfavoritin Linda Lampenius Vorbehalte gegenüber dem Wettbewerbscharakter des Contests.
Wien – Der Eurovision Song Contest steht kurz vor seinem Höhepunkt, 25 Acts kämpfen im Finale um den Sieg (hier der ESC 2026 im Live-Ticker). Mittendrin das finnische Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen, das die Buchmacher seit Wochen auf Platz eins führen. Doch wenige Stunden vor dem großen Abend sprach die Violinistin beim ARD-Magazin „Brisant“ über eine Seite des Wettbewerbs, die ihr offenbar schon länger zu denken gibt.
Das finnische Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen wird hoch gehandelt. © Jens Büttner/dpa
Nach dem zweiten Halbfinale am Donnerstag haben die Wettbüros ihre Einschätzung noch einmal nach oben korrigiert. Laut esc-kompakt.de werden Lampenius und Parkkonen mit einer Siegwahrscheinlichkeit von 41 Prozent gehandelt – der höchste Stand, den das Duo bislang erreicht hat. Als ernsteste Konkurrenz gilt nun die australische Sängerin Delta Goodrem, die sich mit ihrem Beitrag „Eclipse“ für das Finale qualifizierte und bei den Buchmachern auf 22 Prozent kommt. Alle übrigen Teilnehmer folgen mit deutlichem Abstand.
ESC 2026: Finnische Favoritin Linda Lampenius kritisiert Wettbewerbsformat
Den Song „Liekinheitin“ – auf Deutsch: „Flammenwerfer“ – hat das Duo für einen spektakulären Auftritt konzipiert. Lampenius wird mit ihrer Geige auf der Bühne stehen, der Titel verspricht ein Bühnenbild, das keine halben Sachen macht. Dass gerade ein solches Stück im Rahmen eines Vergleichswettbewerbs bewertet werden soll, bereitet der Finnin jedoch Unbehagen. In der Samstagausgabe von „Brisant“ äußerte sie gegenüber Moderatorin Susanne Klehn offen, wie sie das grundsätzliche Konzept des Formats sieht.
„Ich finde es nicht gut, aus Musik einen Wettbewerb zu machen. Wir haben hier so viele Arten von Musik, es ist so hart zu sagen, wer hier der Beste sein soll“, sagte Lampenius im Interview. Der Grundgedanke des gemeinsamen Musikfestes, wie er dem Eurovision Song Contest traditionell zugeschrieben wird, steht für sie klar im Vordergrund. Dass daraus dennoch ein Ranking entsteht, bleibt für sie ein Widerspruch – auch wenn sie selbst wenige Stunden später als aussichtsreichste Anwärterin auf die Bühne tritt.
Diese Sänger holten für Deutschland die wenigsten Punkte beim „Eurovision Song Contest“
Fotostrecke ansehen
Das Finale selbst steht in diesem Jahr unter mehreren Vorzeichen. Fünf Länder, darunter Spanien und die Niederlande, boykottieren den Wettbewerb aus Protest gegen die israelische Teilnahme angesichts des Krieges im Gazastreifen. Der Vorjahresgastgeber Schweiz schied zudem bereits im zweiten Halbfinale aus. Für Deutschland tritt Sarah Engels mit dem Titel „Fire“ an – die Buchmacher räumen ihr nach Angaben von web.de keine nennenswerten Siegchancen ein. Indes schlug eine echte ESC-Legende jüngst eine Reform des Musikwettbewerbs vor. Verwendete Quellen: „Brisant“ (Das Erste/ARD; Ausgabe vom 16. Mai 2026), eurovision.de, esc-kompakt.de