Als Richterin am Internationalen Strafgerichtshof hat Beti Hohler, 44, ziemlich viel Einfluss. Sie urteilt über Kriegsverbrechen, erlässt Haftbefehle, spricht Angeklagte frei oder bringt sie hinter Gitter.

In ihrem Privatleben hingegen ist Hohler seit knapp einem Jahr ständig auf andere angewiesen. Die slowenische Staatsbürgerin kann kein Uber bestellen und nichts auf Amazon einkaufen, hat keine Zugänge mehr für Dienste von US-Konzernen wie Netflix, Airbnb oder PayPal. So erzählte es Hohler kürzlich der ZEIT (Nr. 18/2026). Eine europäische Bank, bei der Hohler lange Kundin war, hat ihr Konto mit sofortiger Wirkung geschlossen. Allein zu reisen, ist schwierig geworden. Mit der Debitkarte, die Hohler noch geblieben ist, kann sie Hotels oder Mietwagen oft nicht buchen. Jedem, der Geschäfte mit Hohler macht, droht ein ähnliches Schicksal wie ihr.