
Der MSV Duisburg hat beim Saisonfinale der 3. Liga einen Sieg gegen Viktoria Köln und damit auch die Aufstiegsrelegation verpasst. Bei einem Pfostentreffer in der siebten Minute der Nachspielzeit hatten viele Fans dabei schon den Jubel auf den Lippen.
Vor 30.343 Fans in der heimischen Arena kam der MSV Duisburg am 38. Spieltag am Samstagnachmittag nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus.
Weil MSV-Rivale Rot-Weiss Essen in Ulm durch einen Last-Minute-Treffer mit 3:2 (2:2) gewann, rutschten die Duisburger auf den vierten Tabellenrang ab und verpassten damit den Relegationsrang.
MSV Duisburg: Elfmeterpfiff bleibt aus
Vor dem Anpfiff war bei den Fans in Duisburg die Vorfreude groß. Doch in den Anfangsminuten in Duisburg spielte die Viktoria befreiter auf und wirkte aktiver. Dann fand der heimstarke MSV aber ins Spiel und hatte in der siebten Minute auch die erste gute Torchance der Partie: Nach einer Ecke köpfte der Duisburger Ben Schlicke aus gut fünf Metern gefährlich aufs Gäste-Tor, Viktoria-Keeper Arne Schulz zeigte eine Glanzparade.
Wenig später prüfte der Kölner Simon Handle mit einer abgerutschten Flanke den MSV-Keeper Maximilian Braune, der zur Ecke klärte (15. Minute).
Duisburgs Lex Tyger Lobinger (l.) im Zweikampf mit Viktorias Tobias Eisenhuth
In der 23. Minute forderten die Duisburger ein Foulelfmeter, als Lex-Tyger Lobinger nach einem Zweikampf mit Viktoria-Verteidiger Tim Kloss im Gäste-Strafraum zu Fall kam. Schiedsrichter Martin Pedersen ließ aber weiterspielen.
Der MSV, der selbst als Aufsteiger in die Saison gegangen war, spielte engagiert nach vorne. Die „Zebras“ hatten aber oft Mühe, aus dem Spiel heraus Chancen zu kreieren.
MSV Duisburg nach Standardsituationen gefährlich
Viktorias Tim Kloss (Mitte) rettet per Kopf auf der eigenen Linie
Bei einem Freistoß aus rund 20 Metern scheiterte MSV-Mittelfeldspieler Can Coskun an Viktoria-Torhüter Schulz (31.). Nach einer Eckball hatte der Duisburger Tobias Fleckstein eine weitere gute Chance – doch Viktoria-Verteidiger Tim Kloss rettete für sein Team auf der Linie (41.).
Kurz darauf stand Kloss auf der anderen Seite im Blickpunkt, als er aus fünf Metern wuchtig aufs MSV-Tor köpfte – doch der Duisburger Torwart Braune parierte den Ball mit einem starken Reflex (45.).
Viktoria Köln schockt Duisburg
Nach der Halbzeitpause gab es einen Schock für die „Zebras“: Bei einem Viktoria-Angriff über die rechte Seite zeigte sich die Duisburger Abwehr indisponiert, der Kölner Taylan Duman kam halbrechts im Strafraum frei zum Abschluss und schlenzte den Ball ins Netz (50.).
Es wurde kurz leise in der Arena, doch dann trieben die MSV-Fans ihr Team wieder lautstark nach vorne. Duisburgs Trainer Dietmar Hirsch wechselte den Offensivspieler Patrick Sussek für Verteidiger Schlicke (57.).
Doch dadurch wurde auch die Abwehr der Gastgeber durchlässiger: Erst zwang der eingewechselte Kölner Yannick Tonye MSV-Torwart Braune zu einer Parade (63.), dann traf Viktoria-Stürmer David Otto bei einem Konter den Pfosten (64.).
Bitter gleicht für den MSV aus
Der MSV erhöhte weiter das Risiko. Und in der 76. Minute fiel tatsächlich der Ausgleich: Nach einem Eckstoß reagierte der Duisburger Joshua Bitter im Viktoria-Strafraum schnellsten und schoss den Ball aus etwa sieben Metern wuchtig ins Tor – auf den Rängen brandete lauter Jubel auf.
Duisburg spielte auf Sieg, blieb aber glücklos. In der Nachspielzeit gab es noch einen Schreckmoment für den MSV: Der Kölner Lucas Wolf kam im Strafraum der Gastgeber frei zum Abschluss – Duisburg-Keeper Braune parierte den Schuss mit den Fäusten (90.+1).
Siegtreffer verpasst: Bulic trifft nur den Pfosten
Als sich kurz vor Schluss die Kunde vom Essener Führungstreffer in Ulm verbreitete, traf der Duisburger Rasim Bulic aus sieben Meter nur den Pfosten und verpasste so den vermeintlichen Siegtreffer (90.+7).
Ein Tor fiel nicht mehr. Zuerst kam der Abpfiff in Duisburg, kurz darauf war auch in Ulm Schluss. Damit stand fest: Der MSV hat den Aufstieg verpasst und bleibt drittklassig, sicherte sich als Tabellenvierter aber zumindest die Qualifikation für den DFB-Pokal.
MSV-Torwart Max Braune (l.) ist nach dem Schlusspfiff enttäuscht
Die Duisburger Fans munterten nach dem Abpfiff ihre Mannschaft auf, die mit hängenden Köpfen über den Rasen lief. „Es tut einfach weh, aber wir werden wieder aufstehen“, sagte MSV-Spieler Coskun nach dem Spiel.
Landespokal-Finals stehen noch an
Für den MSV und die Viktoria war es noch nicht das letzte Pflichtspiel der Saison: Der MSV Duisburg bestreitet am 23. Mai um 15.30 Uhr noch das Endspiel um den Niederrheinpokal gegen den Oberligisten SC St. Tönis. Zur gleichen Zeit ist Viktoria Köln im Mittelrheinpokal-Finale gefordert – Gegner ist Fortuna Köln.
Unsere Quellen:
- Drittliga-Spiel MSV Duisburg gegen Viktoria Köln am 16.05.2026 (Live-Übertragung im WDR Fernsehen)
- Interviews bei „MagentaSport“
Sendung: WDR.de, „MSV Duisburg verpasst den Aufstieg“, 16.05.2026, 15:47 Uhr