
AUDIO: Pro-palästinensische Demo in Hamburg (1 Min)
Stand: 16.05.2026 18:55 Uhr
In der Hamburger Innenstadt hat eine pro-palästinensische Demonstration stattgefunden, die weitgehend friedlich verlaufen ist. Am Jungfernstieg gab es eine Gegenkundgebung.
Am Nachmittag startete die pro-palästinensische Demonstration an den Landungsbrücken. Die Organisatoren des umstrittenen Protest-Camps an der Moorweide hatten zu der Demo aufgerufen. Parolen wie „Viva, viva Palästina“, „Kriegsverbrecher vor Gericht“ und „Ganz Hamburg hasst die Polizei“ wurden während der Demonstration gerufen.
Aggressive Sprechchöre
Laute, wütende und teilweise aggressive Sprechchöre waren zu hören. Die Demonstrierenden forderten Solidarität mit den Palästinenserinnen und Palästinensern, warfen Deutschland vor, sich an israelischen Kriegsverbrechen und an einem Völkermord im Gaza-Streifen zu beteiligen, weil Deutschland weiterhin Waffen an Israel liefere. Waffen, die auch über den Hamburger Hafen verschifft würden, so der Vorwurf. Auch Fahnen mit Hammer und Sichel waren zu sehen.
Iranische Flaggen
Laut Verfassungsschutz wurden auch linksextremistische Gruppen erwartet. Anlass der Demonstration war der Nakba-Tag, am 15. Mai. An diesem Tag erinnern Palästinenserinnen und Palästinenser an Flucht und Vertreibung. Und es gab einen Block, in dem auch viele iranische Flaggen getragen wurden – nicht die der Opposition im Iran, sondern die der Machthaber in Teheran.
Weniger Beteiligung als erwartet
Die Veranstalter hatten rund 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Laut Polizei nahmen bis zu 1.100 Personen am Demonstrationszug teil. Sie zogen durch die gesamte Innenstadt. An der Abschlusskundgebung an der Moorweide nahmen mehrere hundert Personen teil.
Gegenkundgebung am Jungfernstieg

Zu einer Gegenkundgebung am Jungfernstieg sind rund 40 Personen erschienen.
Auch eine Gegenveranstaltung fand statt. Am Jungfernstieg versammelte sich eine kleine Gruppe von rund 40 Personen zu einer Gegenkundgebung. Sie hielten Israel-Fahnen und Transparente gegen Antisemitismus hoch. Die Polizei trennte die Teilnehmenden von Demonstration und Gegenkundgebung, um eine Konfrontation zu vermeiden.

Fans des FC St. Pauli und mehrere Demonstrationen in der Innenstadt sorgen heute für Verkehrsprobleme in Hamburg.

Das Camp auf der Moorweide richte sich gegen jede Form von Antisemitismus, heißt es von Veranstaltern. Gleichzeitig wird allerdings das Existenzrecht Israels bestritten.