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Mehr als eine Woche nach der Freilassung von Buckelwal „Timmy“ meldet sich die Tierärztin der Privatinitiative zu Wort, mit neuen Einblicken.
Am 2. Mai 2026 wurde Buckelwal „Timmy“, auch „Hope“, im Skagerrak aus einem Lastkahn in die Nordsee entlassen. Damit endete eine wochenlange, emotional aufgeladene Rettungsaktion, zumindest auf den ersten Blick. Denn seitdem schweigt das Meer. Wo sich der Wal befindet und ob er lebt, bleibt offen. Nun bricht die Tierärztin der privaten Rettungsinitiative ihr Schweigen und schildert, was sie erlebt hat. Falls „Timmy“ noch lebt, werden übrigens diese vier Faktoren jetzt entscheidend.
Wurde Timmy entdeckt? Tierärztin Tönnies erklärt, woran sie ihn sofort erkannt hat. (Symbolbild) © IMAGO / OceanPhoto
In dem Podcast Tierisch menschlich der Wissenschaftsautorin Katharina Adick und des Hundeprofis Martin Rütter sprach Kirsten Tönnies, Tierärztin und Inhaberin einer Praxis in Hattersheim, über die Freilassung. Dabei schilderte sie laut Tagesspiegel auch eine mögliche Wal-Sichtung: Mehrere Personen hätten ihr einen Filmausschnitt geschickt, der „Timmy“ zeigen könnte: „Die Finne sieht genau so aus – noch immer von der Zinksalbe diese Reste“. Auch ein „komisches schwarzes Ding“ auf der Finne erinnerte sie an den zuvor angebrachten Tracker. Unabhängig bestätigen lässt sich dies jedoch nicht. Auch Robert Marc Lehmann äußert sich kürzlich zum Wal-Einsatz: „Er lebt noch.“
Bürokratie bis nach Mitternacht: Stellungnahmen zu der Timmy-Rettung
Da stellt sich die Frage, wie alt Buckelwale wie „Timmy“ werden können und warum andere Wale Ähnliches überlebten. Neben den möglichen Sichtungen schilderte Tönnies laut dem Tagesspiegel die bürokratischen Hürden während der Rettungsaktion. Allein für die Gurte und Schläuche, mit denen der Wal an den Lastkahn herangeführt wurde, habe man „vier Stellungnahmen und drei Zeichnungen“ anfertigen müssen. Bei jeder kleinen Ergänzung, etwa der Erlaubnis, ein Schlauchboot einzusetzen, seien erneut Gutachten in Deutsch und Englisch fällig geworden. „Stellungnahmen, Stellungnahmen, Stellungnahmen – da der Knoten, so die Schlaufe – seitenlang. Wir haben bis nachts nach zwei Uhr da gesessen“, behauptete sie in dem Podcast.
Tönnies war nach eigenen Angaben nicht an Bord der Barge, als „Timmy“ freigelassen wurde. Den Moment selbst verpasste sie. Kurz danach sah sie jedoch von einem anderen Boot aus, wie der Wal „drei bis viermal hintereinander geblasen“ habe, berichtete sie laut Tagesspiegel. Der mexikanische Wal-Experte Pedro Baranda habe ihr bestätigt: „Der geht jetzt runter. Der ist jetzt erst mal weg.“ Videoaufnahmen von der Freisetzung existieren nicht. Die Reporterin Theresa Treuheit der Videonachrichtenagentur News5 schrieb im Nachrichtenportal Nordbayern, als ihre Drohne in der Luft war, „war Hope bereits draußen“.
Buckelwal-Helfer kehren zurück – die bewegenden Aufnahmen von Timmys Reise in die Nordsee
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Treuheit schilderte auch, wie sich das Verhältnis zur privaten Initiative während der Reise veränderte. Je weiter die Schiffe Richtung Norden zogen, desto schwieriger sei es geworden, an Informationen zu kommen. Mehrfach sei versucht worden, das Boot der Reporter abzudrängen. Ihr Kollege Sebastian Peters bezeichnete das im News5-Livestream laut Nordbayern als „massiven Einschnitt in die Pressefreiheit“. Die private Rettungsinitiative hat bislang weder GPS-Koordinaten noch vereinbarte Videoaufnahmen an das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern übermittelt, wie eine Ministeriumssprecherin dem Tagesspiegel bestätigte.
Was in den Stunden der Freilassung tatsächlich geschah, ist weiter ungeklärt. Das Umweltministerium prüft laut Tagesspiegel, ob es die vereinbarten Daten einklagen kann. Die private Initiative wollte sich intern beraten, ein Ergebnis steht aus. Timmys Schicksal bleibt vorerst rätselhaft. Doch das ist nicht das einzige Rätsel rund um Buckelwale: Warum diese mächtigen Tiere immer wieder aus dem Wasser springen und was ihr einzigartiges Verhalten über sie verrät, beschäftigt Forscher bis heute.